create mobile friendly website
Qualitaetsmanagement

Qualitätsmanagement (Teil I)

Qualitätsmanagement als Bestandteil der strategischen Unternehmensführung

Unter dem Begriff „Qualitätsmanagement“ versteht man gelenkte, dokumentierte und jederzeit reproduzierbare Prozesse. Gemäß der Norm DIN EN ISO 9000:2005 ist das Qualitäts­management ein geschlossener Kreislauf, der seinen Ausgangspunkt in der Qualitätspolitik eines Unternehmens hat. Diese ist wiederum ein Bestandteil bei der Festlegung der nachhaltigen Unternehmensziele durch die Unternehmensleitung auf der strategischen Unternehmensebene. Auf der operativen Ebene sind die Qualitätsplanung, Qualitätslenkung sowie die Qualitätssicherung ein fester Bestandteil der gelenkten Unternehmensprozesse zur Sicherstellung eines gleichartigen und reproduzierbaren Qualitätsstandards. In diesem Artikel geben wir einen Überblick über die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems und welche Faktoren für einen nachhaltigen Erfolg zu berücksichtigen sind.

Kernziele des Qualitätsmanagements

Das Qualitätsmanagement unterstützt die Unternehmensleitung, das Controlling sowie das Risikomanagement bei der Erreichung der Unternehmensziele.
Das Qualitätsmanagement verfolgt hierbei drei Kernziele: Senkung der Kosten, Optimierung der Organisation,
Steigerung der Kundenzufriedenheit.  

Senkung der Kosten

Das erste Kernziel fokussiert auf die Senkung der Kosten, welche auf die mangelhafte Erstellung von Produkten und Dienstleistungen zurückzuführen sind. Dies erfolgt im Unternehmen im Zusammenspiel und unter Feinabstimmung mit dem Risikomanager. Damit wird auch das rechtliche Risiko
aus der Produkthaftung sowie der potenziellen Kosten
aus dem Produktsicherungsgesetz unter beherrschbare Rahmen­bedingungen, sprich geregelte Verantwortlichkeiten und Prozesse, gebracht.

Optimierung der Organisation

Das zweite Kernziel des Qualitätsmanagements zielt darauf ab, die Reife einer Organisation für geregelte Prozesse kontinuierlich bis zum Grad der Implementierung einer
ständigen Verbesserung zu optimieren. Mit dem Prozessziel einher geht die Dokumentation, Verfahrens­anweisungen etc. Das Ziel ist hierbei nicht die Dokumenta­tion als Selbstzweck, sondern jede Tätigkeit eines Teil­prozesses, jeden Einzelprozess und jede Prozesskette reproduzierbar zu
machen und unter gleichem Einsatz von Ressourcen die Qualität des Output zu steigern bzw. auf einem dauerhaft hohen Niveau sicherzustellen. Dies schafft transparente
Unternehmensstrukturen, steigert die Mitarbeiter­zufrieden­heit und optimiert Kostenstrukturen.

Steigerung der Kundenzufriedenheit

Das dritte Kernziel des Qualitätsmanagements geht mit der Einführung/Erweiterung des von der Geschäftsleitung
genutzten Managementsystems einher und bezieht sich auf die Außenwirkung des Unternehmens, nämlich der Steigerung der Kundenzufriedenheit und damit dem Ausbau der eigenen Marktposition.
Wie eingangs bereits erwähnt, ist das Qualitätsmanagement keine Disziplin von Spezialisten, die in einem Unternehmen vollständig autark stattfinden kann. Die  volle Wirkung kann der jeweilige Qualitätsmanagementbeauftragte nur unter der Voraussetzung erzielen, dass er von der Unternehmens­leitung ein entsprechendes Mandat mit den benötigten Befugnissen erhält. Ferner muss das Management den Nähr­boden in Form der notwendigen Unternehmenskultur schaffen.

Der Qualitätsmanagementbeauftragte sollte nach Möglichkeit Mitglied der Unternehmensleitung sein, damit überhaupt erst die Feinabstimmung der QM-Strategie, auf Basis der aus den Unternehmenszielen abgeleiteten Unternehmensstrategie erfolgen kann. Diese muss wiederum mit der Risiko­management- und Controlling-Strategie detailliert abgestimmt sein (siehe Abbildung 1).

Die 8 Grundsätze des Qualitätsmanagements

Um die vorgenannten Kernziele des Qualitätsmanagements im Hinblick auf die Implementierung in der Unternehmensorganisation mit konkreten Wirkungsfeldern zu untermauern, sind in der Norm DIN EN ISO 9004:2008 acht Grundsätze zur Wirksamkeit und Effizienz des Qualitätsmanagementsystems definiert worden:

  • Grundsatz der Kundenorientierung
  • Grundsatz der Führung
  • Grundsatz der Einbeziehung der Mitarbeiter
  • Grundsatz der Prozessorientierung
  • Grundsatz des systemorientierten Managementansatzes
  • Grundsatz der ständigen Verbesserung
  • Grundsatz der sachbezogenen Entscheidungsfindung
  • Grundsatz der Ausrichtung der Lieferantenbeziehungen zum gegenseitigen Nutzen

Der Grundsatz der Kundenorientierung

Der erste Grundsatz zielt darauf ab, die gegenwärtigen und zukünftigen Kundenanforderungen an das Unternehmen zunächst vollständig zu verstehen. Damit ist die Grund­lage geschaffen, die angeforderten Produkte oder Dienstleistungen zielgerichtet auf den Kunden auszurichten. Dies bedingt, nach der Aufnahme und Spezifikation, die
Analyse der bestehenden Unternehmensprozesse und die Ermittlung des notwendigen Anpassungsbedarfes. Damit ist die Basis der kundenorientierten Prozessoptimierung gelegt. Dies ist wiederum die Voraussetzung dafür, dass das Unternehmen die Anforderungen zielgerichtet erfüllen bzw. übertreffen kann. Nicht unerwähnt sei in diesem
Zusammenhang, dass es sich beim Kunden, vom Verständnis her, nicht ausschließlich um den Endabnehmer des Produktes bzw. der Dienstleistung handelt, sondern dass hierunter auch alle Abnehmer von Teilleistungen, wie z.B. Mitarbeiter, Eigentümer, Lieferanten, Geldgeber usw. zu verstehen sind.

Der Grundsatz der Führung

Im Grundsatz der Führung geht es darum, dass die
Unternehmensleitung ihre Unternehmensorganisation und die von ihr eingesetzten Führungskräfte auf den Unter­nehmenszweck (wie z.B. gemeinsame Werte, Leitbild der Fairness und Ethik) auf die jeweiligen kurz-, mittel- und langfristigen Ziele ausrichtet und damit aktiv die Verantwortung dafür übernimmt.
Im Detail spricht die Norm (DIN EN ISO 9000:2005) von nachfolgenden Aufgabenstellungen:

  • Festlegen und Aufrechterhalten der Qualitätspolitik und der Qualitätsziele der Organisation
  • Fördern der Qualitätspolitik und der Qualitätsziele in der gesamten Organisation, um das Bewusstsein, die Motivation und die Einbeziehung aller zu erhöhen
  • Sicherstellen, dass sich die gesamte Organisationan den Kundenanforderungen orientiert
  • Sicherstellen, dass geeignete Prozesse umgesetzt werden, um die Anforderungen der Kunden undanderer interessierter Parteien zu erfüllen und die Qualitätsziele zu erreichen
  • Sicherstellen, dass ein wirksames und effizientes Qualitätsmanagementsystem eingeführt, umgesetzt und aufrechterhalten wird, um die Qualitätsziele zu erreichen
  • Verfügbarkeit der erforderlichen Ressourcensicherstellen
  • Regelmäßiges Bewerten des Qualitäts­managementsystems
  • Entscheidungen über Maßnahmen bezüglich derQualitätspolitik und der Qualitätsziele treffen
  • Entscheidungen über Maßnahmen zur Verbesserung des Qualitätsmanagementsystems treffen

Der Grundsatz der Einbeziehung der Mitarbeiter

Einen wesentlichen Bestandteil zur Erreichung der kurz-, mittel- und langfristigen Ziele bilden die einzelnen Mitarbeiter mit ihren spezifischen Fertigkeiten und Fähigkeiten. Diese werden in ihrer Gesamtheit benötigt. Die Schaffung einer Unternehmenskultur der aktiven Wertschätzung und Einbeziehung jedes einzelnen Mitarbeiters wird durch den dritten Grundsatz repräsentiert. Die Einzelaspekte einer ganzheitlichen und nachhaltigen Unternehmensführung sind:

  • Motivierte, engagierte und beteiligte Mitarbeiter  
  • Innovation und Kreativität zum Vorantreiben der Organisationsziele
  • Mitarbeiter, die für ihre Leistungen verantwortlich sind
  • Mitarbeiter, die an der ständigen Verbesserung teilnehmen und ihren Beitrag leisten möchten

Der Grundsatz der Prozessorientierung

Um dem Kernziel des Qualitätsmanagements, nämlich der Lenkung von Unternehmensprozessen und damit der Sicherstellung eines gleichartigen und reproduzierbaren Qualitätsstandards gerecht zur werden, ist die Implementierung von dokumentierten Unternehmensprozessen erforderlich. Dieser Aspekt findet sich im vierten Grundsatz wieder.

Die Grundsätze des systemorientieren Management­ansatzes und der ständigen Verbesserung

Der fünfte und sechste Grundsatz gehen Hand in Hand. Hierbei geht es im Kern darum, anhand der Kundenanforderungen nachzuvollziehen, welche Art von Einzelprozessen
bzw. Prozessketten im Unternehmen implementiert sein müssen. Darüber hinaus aber auch darum, die einmal implementierten Prozesse regelmäßig anhand neuer Kundenanforderungen in Frage zu stellen und sie entsprechend anzupassen. Zudem geht es darum, die Erfahrungen und Kenntnisse der Mitarbeiter einzubeziehen, davon zu profitieren, Schwachstellen zeitnah zu optimieren und Fehler zu reduzieren bzw. zu vermindern.

Die Grundsätze der sachbezogenen Entscheidungsfindung und Ausrichtung der Lieferantenbeziehungen zum gegenseitigen Nutzen  

Unabdingbar ist hierzu, dass Unternehmensentscheidungen ausschließlich auf Basis von sachbezogenen Fakten ge­troffen werden. Hierzu ist es notwendig, die Unternehmenssteuerung unter Zuhilfenahme eines integrierten Management­systems (siehe Abbildung 2) aktiv zu steuern. Nur so wird sichergestellt, dass alle relevanten Aspekte
Eingang in die Unternehmensentscheidungen finden.

Fazit

Der nachhaltige Erfolg bei der Einführung eines Qualitätsmanagementsystems stellt sich nur dann ein, wenn eine ganzheitliche Implementierung auf allen Unternehmens­ebenen sowie eine vollständige Umsetzung der Wirkungsfelder aus den 8 Grundsätzen erfolgt. Ferner ist der Qualitätsmanagementprozess kein einmaliger Prozess, welcher mit der Implementierung abgeschlossen ist. Seinen nachhaltigen Erfolg stellt der Qualitätsmanagementprozess erst in einer Unternehmenskultur der ständigen Verbesserung sicher.

Oliver Luser ()

Die ORDIX AG - dafür stehen wir

Innovative Technologien und wachsende Anforderungen im IT-Umfeld prägen unser Geschäft. Für unsere Kunden bieten wir maßgeschneiderte, intelligente IT-Lösungen mit einem pragmatischen Ansatz, entwickelt nach aktuellen Standards und Zertifizierungen. Wir stellen uns jederzeit den Herausforderungen, die durch die zunehmende Digitalisierung entstehen und unterstützen unsere Kunden, wenn es beispielsweise um Themen wie Java EE, Datenbanken, Virtualisierung, Security, Big Data, Storage und Backup und Recovery geht.

Unser Kerngeschäft umfasst das komplette Dienstleistungsspektrum „ORDIX® best practice“ rund um die IT-Beratung, Softwareentwicklung, Service, Training und Projektmanagement.

News und Pressemitteilungen

ORDIX sucht Nachwuchs auf der hobit 2017
Mit der hobit 2017 hat die ORDIX AG vom 24. bis 26.01.2017 das erste Mal an der Darmstädter Ausbildungsmesse teilgenomme...
Weiterlesen ...
Duales Studium bei der ORDIX AG – Dein Weg in die IT!
Du bist gerade mit Deinem Abitur fertig, wissbegierig und möchtest den ersten Grundstein für Deine berufliche Zukunft l...
Weiterlesen ...

Abbildungen

Die vollständigen Artikel mit allen Abbildungen finden Sie im blätterbaren PDF.
Eine Übersicht über alle Artikel sowie das PDF zum Download finden Sie im Inhaltsverzeichnis.

Impressum

Impressum der ORDIX® news 3/2014

Links

[1] Internetseite der coniatos AG

Quellen

[1] TÜV SÜD Akademie GmbH: "Qualitätsmanagement - Normensammlung"; Beuth Verlag GmbH, 5. Auflage, 2013
[2] Vogt, Ulrike: "Qualitätsmanagement - Begriffe und Definitionen", TÜV SÜD Akademie GmbH, 10. Auflage, 2013
[3] DIN EN ISO 9000:2005
[4] DIN EN ISO 9004:2008

Bildnachweis

© freepik.com | Infographic free vector