
Das IT-Magazin der ORDIX AG mit Fachbeiträgen zu Datenbanken, Unix und Java/XML.
Die Grundlage für die flexible Gestaltung der Strukturen ist das Metadaten-Modell der eSelect Suite, welches die "Daten über die Daten" verwaltet und dem Anwender ermöglicht, seine Strukturinformationen individuell zu erstellen.
Diese Daten können mit beliebigen Informationen ergänzt und bei Bedarf bepreist werden. Es können die Abhängigkeiten und Regelwerke innerhalb der Strukturen definiert und beliebige Katalogisierungen angelegt werden.
Abb. 1: Der ErfassungsvorgangDas Beispiel eines komplexen Produkts (Personalcomputers) verdeutlicht den Erfassungsvorgang mit Hilfe des eSelect Managers.
Im ersten Schritt werden die allgemeinen Eigenschaften (Attribute) eines Computers festgelegt wie z. B. der Hauptsspeicher oder die Gehäuseform. Diese können unabhängig von späteren Zuordnungen typisiert und gruppiert werden. Als Typen werden hier "FIX", "FREI", "OPTIONAL" und "BERECHNET" angeboten.
Bei den fixen Attributen ist die Wertzuweisung fest vorgegeben; die optionalen Attribute geben mehrere Werte zur Auswahl, von denen einer immer gewählt ist. Die freien Attribute sind für die freie Eingabe eines Wertes vorgesehen, der innerhalb eines oder mehrerer definierter Bereiche liegt. Ein berechnetes Attribut ergibt sich aus dem Ergebniswert einer Formel.
Abb. 2: Der Attribut-EditorDie einzelnen Attribute werden im zweiten Schritt für die Erstellung von Produktschablonen herangezogen, die als Vorlagen für die konkreten Produkte gelten. Diese Schablonen werden für jeden Produkttyp, bzw. eine Gruppe ähnlicher Produkte erstellt und sorgen für den einheitlichen Aufbau und die damit verbundene Vergleichbarkeit, die eine wichtige Rolle im Umfeld komplexer Produkte oder Dienstleistungen spielt.
Der Anwender entscheidet hier, welche allgemeinen Attribute zu der Vorlage gehören und wie diese später gegliedert werden sollen. Er kann hierbei schon die Menge der zur Verfügung stehenden optionalen Werte der Attributdefinitionen einschränken und somit dem Produkterfasser die Arbeit erleichtern.
Attribute können zu Paketen zusammengefasst werden, die das Produkt dann individuell gestalten. So kann z. B. ein Multimedia Paket einen DVD-Brenner, eine Videoschnittkarte, etc. zu einem optionalen Paketpreis (Sammelpreis) enthalten.
Auch unabhängige Produkte können als Attribute eines Produkts wieder auftauchen (z. B. ist das auch einzeln erhältliche Produkt Grafikkarte ein optionales Attribut des Produktes PC). Die Erstellung "echter" Produkte erfolgt dann im dritten Schritt über den Produkteditor. Hier werden auf Grundlage der Schablonen, Produkte mit konkreten Attributwerten und Preisen erzeugt. Diese können dann den operativen Systemen zur Verfügung gestellt werden. Dies kann über die Mechanismen Freigabe, Versionierung und Gültigkeit geregelt werden.
Abb. 3: Der Produktschablonen-Editor mit Gruppierung und PaketerfassungEs werden die Basisinformationen wie Beschreibungstexte, Bilder, Marketinginformationen, Grundpreise, etc. gepflegt. Für jedes Attribut können individuelle Einstellungen vorgenommen werden. Jedem Attributwert kann ein Preis zugeordnet werden. Der Gesamtpreis der Konfiguration des Endbenutzers (z. B. ein Internetkunde) ergibt sich dann aus dem Grundpreis des Produkts und der Summe der Einzelpreise der gewählten Attributwerte.
Nicht alle Attribute und/oder Attributwerte einer Produktschablone müssen in jedem Produkt dieser Vorlage vorkommen. So wird die Zahl der benötigten Schablonen verringert. Aus den für die Schablone gewählten Werten, wählt man nur die aus, die beim editierten Produkt wirklich verfügbar sind. Optionen können als serienmäßig gekennzeichnet werden, so dass diese dann automatisch bei der Konfiguration vorselektiert werden.
Abb. 4: Der Produkt-EditorBerechneten Attributen können beliebig komplexe Berechnungsformeln zugewiesen werden. Dies ist besonders für technische Produkte wichtig, bei denen sich der Preis aus Parametern, wie Abmessungen, Materialien, Leistungswerten, etc. ergibt.
Freien Attributen können Wertebereiche in Form von Intervallen oder regulären Ausdrücken zugewiesen werden. Die Einhaltung eines Wertebereichs wird dann bei der Konfiguration durch den späteren Benutzer automatisch überprüft.
Die Erfassung der komplexen Regelwerke für Produkte und deren Attribute wird in einem späteren Teil ausführlich behandelt. Hierbei werden dann die Abhängigkeiten innerhalb der Produkte in Form von Einschlüssen, Ausschlüssen, freien Regeln, usw. abgebildet.
Ein Manager für Up- und Cross-Selling dient der Zuteilung von Zubehör, Alternativen, Betriebsmitteln oder Ersatzteilen. Auf jeder Ebene können in der Struktur eines Produktes andere Produkte oder auch ganze Produktkategorien als zusätzliche Angebote eingebunden werden. Auf diese Informationen können später eBusiness Lösungen zugreifen und z. B. die Daten im Internet für Kunden visualisieren.
Die Kategorisierung der Produkte bildet den Abschluss des Erfassungsvorgangs. Der Kategorie-Editor ermöglicht die Einordnung der erfassten Computer in die Katalogstruktur des jeweiligen Unternehmens. Ein Computer kann hierbei auch mehreren Kategorien zugeordnet werden.
Es besteht die Möglichkeit, Aliasnamen mit Gewichtungen zu vergeben, was für das spätere Auffinden der Produkte von Bedeutung sein kann. Die Kategorisierung kann mehrfach, nach unterschiedlichen Methoden (z. B. eCl@ss) erfolgen, so dass bei der späteren Visualisierung auf mehrere Kataloge mit demselben Produktbestand zugegriffen werden kann.
In den nächsten Teilen der eSelect Reihe werden wir Anwendungsszenarien und Successstories vorstellen, die die nahezu unbegrenzten Möglichkeiten der eSelect Suite verdeutlichen. Den Anfang bildet die komplexe Konfiguration von Automobilen im weltweiten Vergleich.
Markus Köster, Object Systems GmbH (eselect@ordix.de).