Home ORDIX AG             Dienstleistung             Trainingsshop    Kunden / Referenzen Aktuelles    Kontakt
Home  Pfeil  ORDIX News  Pfeil  1/2005
suche: 

ORDIX News Archiv

Das IT-Magazin der ORDIX AG mit Fachbeiträgen zu Datenbanken, Unix und Java/XML.

Application Server im Vergleich (Teil III):

Borland Enterprise Server

Nachdem in den vorherigen Ausgaben der ORDIX News die Application Server WebSphere von IBM und JBoss der JBoss Group behandelt wurden, wollen wir uns diesmal den Borland Enterprise Server (BES) in der Version 5.2.1 näher anschauen.

Spezifikation/Standard WebSphere 5
(Stand 05/04)
JBoss 4.0
(Stand 11/04)
Borland ES 5.2.1 BEA Weblogic Oracle AS

CORBA

X

v2.3.1

v2.6

 

 

EJB

v2.0

v2.1

v2.1

 

 

IIOP

X

durch CORBA

X

 

 

J2EE

v1.3

v1.4

v1.3

 

 

JAAS

v1.0

v1.0

X

 

 

JAF

1.2

v1.0

X

 

 

JAXP

1.1

v1.2

X

 

 

JAXR

X

v1.0

v1.0

 

 

JAX-RPC

1.0

v1.1

v1.0

 

 

JCA

v1.0

v1.5

X

 

 

JCE

X

durch J2SE 1.4

X

 

 

JDBC

v2.0

durch J2SE 1.4

v2.0

 

 

JMS

v1.0

v1.1

v.1.0.2

 

 

JMX

X

v1.2

X

   

JNDI

X

v1.2.1

X

   

JSP

v1.2

v2.0

v1.2

   

JSSE

X

X

X

   

JTA

v1.0

v1.0.1B

X

   

LDAP

X

durch jndi

X

   

RMI

X

X

X

   

Java Servlets

v.2.3

v2.4

v2.3

   

Java Mail

1.2

v1.3

X

   

SAAJ

1.1

v1.2

v1.1

   

SOAP

1.1

v1.1

v1.1

   

UDDI

2.0

v2

X

   

WSDL

1.0

v1.1

X

   

X.509

X

durch JAAS

X

   

XML

X

X

X

   
Abb. 1: Überblick über unterstützte Spezifikationen und Standards bei IBM WebSphere, JBoss und Borland Enterprise Server. Die anderen Application Server werden in den nächsten Teilen dieser Reihe analysiert.

Plattformen

Die Firma Borland liefert ihren Enterprise Server für alle gängigen Plattformen. Unter anderem wird er für Windows, Linux, Solaris, HP-UX und IBM AIX angeboten. Dabei werden jeweils Versionen für 32- und 64 Bit Prozessoren angeboten.

J2EE

Zertifiziert ist der BES in der Version 5.2.1 für J2EE 1.3 und folgt damit allen wichtigen Enterprise Spezifikationen von SUN Microsystems. Mitgeliefert werden die Java Development Kits JDK 1.3.1 und JDK 1.4.1. Natürlich können auch höhere Versionen des JDK installiert werden (z. B. 1.4.2). Allerdings wird bei jedem Start des Servers vor möglichen Inkompatibilitäten und nicht gegebenem Support gewarnt.

In einem größeren Projekt der ORDIX AG war der Einsatz eines aktuellen JDKs sogar zwingend erforderlich, da die von uns entwickelte Applikation auf der Zielplattform, einer Primepower von Fujitsu Siemens Computers mit Solaris 64 Bit Betriebssystem, sich nicht dazu bewegen ließ, mit dem mitgelieferten JRE 1.4.1 von Borland zu laufen.

EJB Container und Bean Feature

Obwohl der BES in der Version 2

.5.1 „nur“ J2EE 1.3 zertifiziert ist, beherrscht er schon die eigentlich zu J2EE 1.4 gehörige EJB 2.1 Spezifikation. Er ist deshalb in der Lage, z. B. den Timer Service für Enterprise Beans oder Aggregatfunktionen in EJB QL Statements zu verwenden, was das Schreiben von Finder- und Select-Methoden erheblich vereinfacht.

Web Services

Die AppServer Edition des BES erlaubt es, durch die Verwendung von Web Service Providern, bestehende Anwendungen als Web Services herauszustellen, sie in Web Services zu integrieren oder sie um Web Services zu ergänzen. Borlands Web Service Unterstützung basiert auf der Apache Axis 1.1 Technologie. Client SOAP Requests werden automatisch mit Web Services, Message Driven Beans oder Enterprise Java Beans verbunden. Verwendet werden können:

Des Weiteren enthält der BES einen UDDI Server, der als Partition Service betrieben wird.

System Management

Zur Verwaltung von Application Servern stehen mehrere Tools zur Verfügung. Das Augenmerk fällt dabei auf die Management Konsole, über die das System komfortabel mittels einer grafischen Oberfläche administriert werden kann (siehe Abbildung 2). Mit diesem Werkzeug können u. a. Dienste gestartet, gestoppt und konfiguriert werden, einzelne Module deployed, Cluster angelegt und ganze Partitionen dupliziert werden.

Management Konsole
Abb. 2: Mit der Management Konsole können die Enterprise Server bequem verwaltet und überwacht werden. Oben: Überwachung des Speicherverbrauchs der JVM einer Partition. Unten: Anzahl der aktiven Threads.

Natürlich besteht weiterhin die Möglichkeit, den Server über die Kommandozeile zu verwalten. Allerdings stehen hier nur die wichtigsten Funktionen zur Verfügung wie z. B.

Ein neuer Management Hub reduziert durch proaktives Management manuelle Eingriffe auf ein Minimum und ermöglicht so Einsparungspotenziale bei den Betriebskosten.

Verfügbarkeit und Skalierung

Innerhalb eines Application Servers besteht die Möglichkeit, Anwendungen in Partitionen zu gruppieren, die in ihrer eigenen JVM laufen und auf eigene Partition Services (z. B. Web- und EJB-Container) zugreifen. Auf diese Weise kann die Performance einzelner Applikationen durch Duplizieren (oder sogar Vervielfachen) einer Partition erheblich gesteigert werden. Dies setzt natürlich geeignete Hardware voraus.

Mechanismen wie Load Balancing und Failover-Funktionalität gehören zum BES genau wie das Verbinden mehrerer BES zu einem Cluster. Konfiguriert werden diese beiden Elemente bequem über die mitgelieferte Management Konsole.

Lizenzen

Der Borland Enterprise Server kann als Developer- und RunTime-Lizenz direkt über Borland bestellt werden. Die Developer-Lizenz ist in den drei verschiedenen Versionen Visibroker-, WebServer- und AppServer-Edition erhältlich (siehe Abbildung 3) und muss pro Entwickler bezogen werden. Enthalten ist die AppServer-Version ebenfalls in mehreren Produkten von Borland wie Studio, JBuilder X und JBuilder 2005.

Borland Enterprise Servers 5.2.1
Abb. 3: Die Architektur des Borland Enterprise Servers 5.2.1 und die Bestandteile einzelner Versionen.

Die Produktivversion des BES wird unter dem Namen RunTime-Lizenz vermarktet und kostet pro CPU 14.120 Euro. Ein Supportvertrag, der auch kostenlose Upgrades beinhaltet, schlägt mit zusätzlichen 20 % der Lizenzkosten zu Buche.

Fazit

Der BES wird für viele Plattformen angeboten, ist schnell installierbar und in einer Standardkonfiguration sofort lauffähig. Für Entwickler lässt er sich sehr einfach in die von Borland gelieferte Entwicklungsumgebung JBuilder integrieren. Über die grafische Management Konsole lässt er sich komfortabel auf die individuellen Ansprüche hin anpassen und verwalten. Allein die Monitoringausgaben könnten etwas aussagekräftiger ausfallen. Der Support hinterlässt mit seinen einfach zu installierenden Patches einen sehr guten Eindruck und zeigt, dass das Entwicklerteam kontinuierlich an der Fehlerbereinigung arbeitet.

In der nächsten ORDIX News betrachten wir Weblogic von BEA.

Andre Dirr (info@ordix.de).