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Dieses Zitat bringt es auf den Punkt. Was oft als Projekt bezeichnet wird, ist in den meisten Fällen nur die Realisierungsphase eines Projektes. Wirklich entscheidend für den Erfolg eines Projektes ist jedoch die Projektdefinition. Man spricht in diesem Kontext auch von „formaler Autorisierung“ des Projektes.
Wie ordnet sich die Projektdefinition als Phase in den gesamten Ablauf? Welches sind die Voraussetzungen für eine Projektdefinition und was ist das Ergebnis dieser Phase?
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| Abb. 1: Typischer Projektablauf. |
Phasenmodelle bilden die Grundlage dafür, IT-Projekte so zu strukturieren, dass der gesamte Ablauf beherrschbar bleibt. Zwar haben sich in der Vergangenheit unterschiedliche Varianten entwickelt, die sich im Detail unterscheiden, allen gemeinsam ist jedoch die generelle Trennung zwischen Projektdefinition, Planung, Durchführung und Abnahme (siehe Abbildung 1).
Während der Abwicklung von IT-Projekten sind eine Reihe wichtiger Aufgaben zu erledigen. Dies sind neben Konzeption und Entwicklung der Lösung vor allem Aufgaben in den Bereichen Anforderungsmanagement, Planung, Kommunikation und Projekt-Controlling. In der Initialisierungsphase des Projektes müssen dafür die Weichen gestellt werden.
Welches sind die Voraussetzungen für eine Projektdefinition und was ist das Ergebnis dieser Phase? Die Projektdefinitionsphase beginnt mit der Idee und liefert als Ergebnis eine Entscheidungsvorlage, meist in Form des Projektantrags. Die eigentliche Projektdurchführung beginnt mit dem Kick-Off.
IT-Projekte unterscheiden sich zum Teil erheblich voneinander, sodass man nicht mit einer „Standardmethode“ zum Ziel kommt. Das gilt vor allem auch für die Projektdefinition.
Ein Projekt „richtig aufzusetzen“ hängt vom Ergebnis verschiedener Fragestellungen ab:
Es sind demnach zunächst die richtigen Voraussetzungen zu schaffen, damit ein Projekt erfolgreich sein kann. Viele Aspekte einer solchen Projektdefinition findet man beispielsweise in einer Ausschreibung. Eine weitere, sinnvolle Variante ist die Anfertigung einer Studie, die je nach Größenordnung durchaus als eigenständiges Projekt gestaltet werden kann. Dabei stehen jedoch meist die technische Machbarkeit und die inhaltlichen Anforderungen im Vordergrund, während andere Aspekte, wie Organisation, Kennzahlen, Berichte und Dokumentationsstrukturen außen vor bleiben.
Da während der Projektinitialisierung die Weichen für die späteren Phasen gestellt werden, müssen zu Beginn folgende Bereiche geklärt werden:
Mit Hilfe der folgenden Checklisten kann ein Projektleiter zu Beginn seines Projektes Vollständigkeitsprüfungen vornehmen oder bewusst auf Handlungsbedarf hinweisen. Dabei müssen in dieser Phase nicht alle genannten Punkte behandelt werden, sondern es müssen die Grundlagen für die Erreichung der Projektziele geschaffen werden. Umgekehrt erheben die Listen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Eine klare Formulierung und Dokumentation der Ziele ist gemeinsam mit dem Auftraggeber des Projekts zu erstellen. Dabei können folgende Punkte als Leitlinie helfen. Die Ergebnisse sollten im Rahmen eines Kick-Offs öffentlich vorgestellt werden.
Projektplanung und effektives Projekt-Controlling sind für ein erfolgreiches Projekt unverzichtbar. Die folgenden, notwendigen Voraussetzungen sind hierfür zu schaffen:
Die Benennung der Personen und die Festlegung von Verantwortlichkeiten sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Dazu gehört insbesondere die klare Definition und Zuordnung der Rollen im Projekt.
Kommunikation im Projekt ist ein immer wieder unterschätztes Thema. Dabei geht es weniger um eine hohe Anzahl an Meetings, sondern vielmehr um einen effektiven Informationsfluss zwischen allen Beteiligten. Projektmanagement ist auch Kommunikationsmanagement (siehe auch ORDIX News 2/2007 [1]):
Während der Projektdefinition stellt sich nicht nur die Frage nach den einzusetzenden Technologien, die in der Realisierung Anwendung finden, sondern vor allem nach Architekturvorgaben, Richtlinien und Vorgehensmodellen. In diesem Kontext sind auch Festlegungen bezüglich Versions- und Konfigurationsmanagement zu treffen. Vor allem beim Einsatz neuer, bisher unbekannter Technologien ist sicherzustellen, dass ausreichendes Know-how verfügbar ist.
Qualität ist planbar, wenn wesentliche Qualitätsziele frühzeitig festgelegt werden. Eine laufende Qualitätssicherung ist erst möglich, wenn im Vorfeld überprüfbare Kriterien definiert wurden. Dies gilt vor allem für das Testen, da Testfälle unmittelbar aus der Anforderungsdefinition abgeleitet werden.
Gleiches gilt für mögliche Risiken. Sofern frühzeitig potenzielle Risiken beachtet werden, kann deren Eintrittswahrscheinlichkeit in den späteren Projektphasen besser beurteilt werden bzw. Risiken können in der Realisierung und Implementierung vermieden werden. Außerdem kann man deutlich effektiver reagieren, falls ein Risikofall tatsächlich eintritt.
Erreichte Qualitätsziele und vermiedene Risiken sind zusätzliche, aussagekräftige Kennzahlen des Projekt-Controllings und lassen neben dem Fertigstellungsgrad eine genauere und objektivere Beurteilung des Projektfortschritts zu.
Je höher die Qualität der Initialisierung eines IT-Projektes, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Projekt erfolgreich im Sinne technischer, zeitlicher und monetärer Vorgaben abgeschlossen wird. Ein Projekt beginnt nicht mit einem Beschluss oder einer Idee. Ein Projekt beginnt dann, wenn es eine solide Basis für eine Entscheidung zur Durchführung gibt. Diese Entscheidung stützt sich auf Ergebnisse der Projektinitialisierung. Die Projektinitialisierung sollte immer von dem Projektleiter durchgeführt werden, der auch für die folgenden Phasen verantwortlich ist. Ansonsten wird es nicht gut enden ...
Rainer Restat (info@ordix.de).