
Das IT-Magazin der ORDIX AG mit Fachbeiträgen zu Datenbanken, Unix und Java/XML.
In einer der vorherigen Ausgaben der ORDIX News wurde der Aufbau des Service Reporting bereits detailliert beschrieben. Mittlerweile wurde das Produkt weiterentwickelt und weist eine Reihe von Verbesserungen und Erweiterungen auf. Mit der Einführung des PATROL for Service Level Management bekommt das Service Reporting eine völlig neue, strategische Bedeutung.
Seit der Version 1.1.0 hat sich am Service Reporting viel getan. Zum einen wurden eine Menge der vorhandenen Bugs beseitigt. Die Stabilität des Produktes wurde noch weiter erhöht. Viele Wünsche der Kunden sind in die neue Version mit eingeflossen. Der Support für mehr Plattformen erweitert das Einsatzspektrum erheblich.
Als einer der größten Nachteile galten bislang die hohen Kosten für das Service Reporting. Die Lizenz-Politik von BMC in Bezug auf das Produkt hat sich positiv verändert. Es ist jetzt Bestandteil des PATROL Basisprodukts. Die zusätzlichen Lizenzgebühren entfallen.
Die Liste der neuen Features ist sehr umfangreich. Deshalb werden hier nur die zentralen, entscheidenden Verbesserungen vorgestellt.
Das Datenbank-Schema des Service Reporting wurde erweitert und neuen Gegebenheiten angepasst. Außerdem ist das Schema jetzt in der Dokumentation enthalten. Die Erstellung eigener Reports (z. B. mit dem Reporting Studio) ist dadurch erheblich erleichtert.
In den Vorgängerversionen gab es immer wieder Probleme, wenn sich der Retriever und der Aggregator auf unterschiedlichen Seiten einer Firewall befanden. In der neuen Fassung wurde die Unterstützung für Firewalls verbessert. Die Retriever und Aggregatoren kommunizieren jetzt auf einem statischen Port. Hierdurch wird die Konfiguration für Firewalls erheblich vereinfacht und es werden potentielle Sicherheitslücken reduziert.
Die vorhandenen Reports wurden in ihrer Optik vollständig überarbeitet und verbessert. Außerdem sind Reports für Microsoft Exchange 2000 hinzugekommen. Der Quick Reports Editor ist ebenfalls erweitert worden. Somit sind die Erfordernisse für alle gängigen Anwendungen abgedeckt.
Gab es vorher keine Möglichkeit, eigene Reports zu erzeugen, so wird dies jetzt durch das Reporting Studio möglich. Das Tool erlaubt es dem Anwender, in Verbindung mit dem Datenbank-Schema, individuelle Reports zu kreieren und den eigenen Erfordernissen anzupassen. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass das Reporting Studio zwar beim Service Reporting enthalten ist, jedoch separat lizensiert werden muss.
Die Gruppe der unterstützten Plattformen ist wesentlich erweitert worden. Brauchte man bisher für die Installation des Service Reporting Servers zwingend einen Windows NT Rechner, so kann jetzt hierauf verzichtet werden: Er lässt sich nun auch auf Unix-Systemen einsetzen. Auch SUN Solaris wird ab Version 8 unterstützt. Der Aggregator ist ebenfalls nicht mehr auf Windows NT angewiesen und steht mittlerweile für SUN Solaris zur Verfügung. Mit Erweiterungen der unterstützten Plattformen ist zu rechnen, bzw. für Linux ist schon ein Retriever angekündigt.
Der Bedarf an Ressourcen ist leider nicht kleiner geworden. Die Erfahrungen der Vergangenheit haben gezeigt, dass die Empfehlungen von BMC nur als unterstes Limit anzusehen sind. Besonders wenn das Datastore, der Aggregator und der Reporting Server auf einer Maschine zum Einsatz kommen, sollte nicht an der Hardware gespart werden.
Eingangs wurde die strategische Bedeutung in Bezug auf das Service Level Management (SLM) erwähnt.
Jeder, der PATROL for Service Level Management von BMC einsetzen möchte, wird um das Service Reporting nicht herumkommen. Es stellt einen Hauptbestandteil des SLMs dar. Die vom SLM ermittelten Daten werden in das Datastore des Service Reporting geschrieben, das hierbei die Funktion eines Repository´s übernimmt. Abb. 1 zeigt einen vereinfachten Aufbau des SLM und die Position des Service Reporting. Die Generierung von Statusberichten, Monatsberichten etc. wird hierbei vom Reporting Server übernommen. Durch das neue Reporting-Studio können eigene Reports generiert und den Erfordernissen angepasst werden.

In Zusammenarbeit mit dem SLM werden die Reports des Service Reporting und des Quick Reports Editors ergänzt und erweitert. Die im Artikel „Service Reporting“ (siehe ORDIX News 4/2000) gewünschte Abbildung von Service Level Agreements wird durch den Einsatz beider Produkte möglich. PATROL for Service Level Management erlaubt einen sehr detaillierten Blick auf den zu überwachenden Geschäftsprozess. Das Produkt verfolgt einen sehr umfassenden Ansatz, der bei richtiger Implementierung keine Wünsche offen lässt. Hinzu kommt eine Selbstüberwachung, die sämtliche Komponenten des SLM und Service Reporting umfasst. Hierdurch wird eine optimale Verfügbarkeit der einzelnen Bestandteile gewährleistet.
Die neuen Funktionen und Features lassen das Service Reporting sicherlich attraktiver erscheinen als die Vorgängerversion. Die Veränderung in der Lizensierung, bzw. der Wegfall der Kosten unterstreicht diesen Eindruck noch zusätzlich. Dabei sollte aber nicht außer Acht gelassen werden, dass sich an der Grundfunktionalität nichts Wesentliches geändert hat.
Das neu hinzugekommene Reporting-Studio darf nur benutzt werden, wenn zusätzlich der PATROL Service Manager lizensiert wird. Daher ist es leider noch immer nicht möglich, eigene Reports zu generieren. Der Anwender ist nach wie vor auf den Einsatz eines Drittanbieter-Programms für die Report Erstellung angewiesen.
Somit sind die Einsatzmöglichkeiten nach wie vor stark eingeschränkt. Erst in Zusammenarbeit mit PATROL for Service Level Management wird die gesamte Leistungsfähigkeit des Service Reporting nutzbar.
Stephan Billing (info@ordix.de).