
Das IT-Magazin der ORDIX AG mit Fachbeiträgen zu Datenbanken, Unix und Java/XML.
„Außendienst und Leistungserfassung“ - kurz ADLE - ist der Name eines mehr als zwei Jahre andauernden Projekts, das von der T-Systems Nova für den Servicebereich der Deutschen Telekom und speziell für deren Außendienstmitarbeiter realisiert wurde. Mitarbeiter der ORDIX AG trugen wirkungsvoll zum Gelingen bei. Nachdem die Software jetzt in Betrieb ist, stellen wir an dieser Stelle einige wichtige Aspekte unserer Projektunterstützung vor.
Das Projekt zielte darauf ab, vier getrennte Außendienstsysteme der Deutschen Telekom in einem System zusammenzuführen. Die strenge Trennung zwischen Privat- (PK) und Geschäftskundenbereich (GK) in der Auftragsbearbeitung sowie im Berichtswesen wird damit im Außendienst aufgehoben.
Unabhängig davon, ob Privat- oder Geschäftskunde, sollte z. B. ein Servicemitarbeiter die Möglichkeit haben, alle anliegenden Aufträge zu bearbeiten, die sich in seinem räumlichen Umfeld befinden. Darüber wird eine wesentlich effizientere Nutzung der verfügbaren Ressourcen gewährleistet.
Folglich wurde die Entscheidung getroffen, ein neues Außendienstsystem zu entwickeln, das die vier bisher bestehenden Systeme – SMILE-ADZ (Außendienstzugang) und SMB (Service-Montagebericht) für PK sowie TESY-ADZ (Außendienstzugang) und SB/MB (Servicebericht/Montagebericht) für GK – für den Servicemitarbeiter transparent zusammenfasst.
Bei der Realisierung musste vor allem die vorhandene Hardware berücksichtigt werden. Das zu entwickelnde System hatte mit knappen Ressourcen auszukommen – z. B. Laptop mit 64 MB Hauptspeicher.
Inhaltlich unterstützt dieses Projekt die tägliche Arbeit eines Außendienstmitarbeiters und erleichtert seine Stunden- und Leistungsabrechnung. Zur Grundfunktionalität des neuen Systems gehören unter anderem:
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| Abb. 1: Ansicht einer geladenen Auftragsliste. |
Das Gesamtsystem besteht aus Programmen auf dem Notebook des Servicemitarbeiters und Komponenten auf dem zentralen Datenbankserver, die miteinander kommunizieren (Modacom, D1-Verbindungen). D. h. bei der Entwicklung wurden Ressourcen für die Serverkomponenten als auch Clientkomponenten benötigt.
Zur Lösung dieser Problemstellung für den Client-Bereich suchte die T-Systems Nova mit ihrem Entwicklungszentrum Rhein-Ruhr (EZ) einen kompetenten Partner, der über fundiertes Know-how im Bereich objektorientierter Programmierung verfügt und dieses sowie umfangreiche Ressourcen zur Unterstützung des Projektes einbringen konnte.
Ein wesentlicher Aspekt war in diesem Zusammenhang die Weitergabe des Know-hows an einzelne Team-Mitglieder und die damit einhergehende Weiterqualifikation. Da ORDIX Mitarbeiter bereits seit langem erfolgreich im Gesamtprojekt SMILE tätig sind und das Projekt ADLE aus SMILE heraus entstanden ist, lag auch hier eine Zusammenarbeit nahe. Über einen Zeitraum von nunmehr zweieinhalb Jahren wurde das Projekt durch ein Team wechselnder Stärke von ORDIX Mitarbeitern begleitet.
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| Abb. 2: Ansicht einer Auftragsabschlussmaske. |
Bei der Wahl der geeigneten Programmiersprache war u. a. Objektorientierung ein wichtiges Kriterium und so fiel die Entscheidung zugunsten von Java aus. Zusätzlich haben dabei insbesondere die Plattformunabhängigkeit und die große Anzahl der verfügbaren Bibliotheken - die Java API - eine entscheidende Rolle gespielt.
Neben zahlreichen weiteren Themen gehören die einfache Möglichkeit der Datenbankanbindung, die flexible Gestaltung grafischer Oberflächen und die einfache Realisierung von Nebenläufigkeit (Threads) zu den Stärken von Java. Somit setzt die T-Systems mit Java auf eine zukunftsweisende und plattformunabhängige Technologie und investiert nicht in veraltete oder proprietäre Techniken.
Im November 1999 fiel der Startschuss für das Projekt. 19 Monate später startete planmäßig die Wirkbetriebseinführung. Etwa drei Monate dauerte die Erstellung des Grobkonzeptes und des DV-Konzeptes, die von einem ORDIX Mitarbeiter begleitet wurde. Parallel dazu wurden einige T-Systems Mitarbeiter, die später zum Kern-Team gehörten, in Schulungen bei ORDIX mit dem Thema Java und Java GUI vertraut gemacht, so dass die Realisierung der Konzepte ab Februar 2000 startete.
Ein Team von circa 20 Mitarbeitern arbeitete an dem Projekt, bei dem i. d. R. vier, zeitweise sogar sechs, ORDIX Mitarbeiter unterstützten. Einige unserer Aufgaben bewegten sich um die strategisch wichtigen Stellen des Systems:
Exemplarisch möchten wir an dieser Stelle die Komplexität der Aufgaben anhand des Serverproxy veranschaulichen:
Der ADLE-Server (Unix) holt Daten von den Vorsystemen (SMILE/TESY) und legt diese in C-Strukturen ab (XDR-Strukturen). Mit Hilfe der Telekom-internen Kommunikationssoftware (KS) wird vom ADLE-Client eine Verbindung zum ADLE-Server aufgebaut. Über das Java Native Interface (JNI, siehe auch Ausgabe 2/2001 und 3/2001 der ORDIX News) wird auf die abgelegten Daten zugegriffen. Sie werden übertragen und eins zu eins in Java-Objekten abgelegt. Die korrespondierenden Java-Klassen wurden zuvor mit Hilfe eines Generierungstools aus den C-Strukturen gewonnen. Um effizient damit weiterarbeiten zu können, findet abschließend eine Umschichtung dieser Java-Objekte in geeignete Business-Objekte statt.
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| Abb. 3: Austausch von Daten zwischen ADLE-Server und ADLE-Client. |
Der Rückfluss der Daten erfolgt analog. Genug der Details, zurück zum Projektablauf.
Nach umfangreichen Tests durch die Entwickler, ein Testteam und den Auftraggeber kam es im Juni 2001 zur Wirkbetriebseinführung der ADLE-Software. Hierzu wurde der ADLE-Client deutschlandweit in allen Niederlassungen mit circa 16.000 Anwendern installiert und die dementsprechenden Datenbankserver in den Rechenzentren der T-Systems mit den Serverkomponenten bestückt.
Auch die Betreuung dieser Phase war aufwendig. Mindestens ein T-Systems Mitarbeiter war jeweils für circa eine Woche vor Ort, um in der Anfangsphase den Außendienstmitarbeitern der Telekom helfend zur Seite zu stehen. Die Mitarbeiter der ORDIX AG waren hierbei im Hintergrund tätig.
Auch heute gibt es in diesem Projekt noch viel zu tun. Neben der Mängelbehebung sind einige DCRs (Design Change Requests) angefordert worden, die sich während der Arbeit mit dem System ergeben haben. Damit sollen Arbeitsabläufe angepasst und noch effizienter gestaltet werden.
Die Mitarbeiter der ORDIX AG übergeben nun ihre Aufgaben nach und nach an das betreuende Team von T-Systems Mitarbeitern und arbeiten diese in die genannten Themengebiete ein. Und auch ein neues Release steht bereits kurz vor der Abnahme und wer will heute schon sagen, wie viele noch folgen werden ...
Tanja Pasch (info@ordix.de).