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Management Information Base --- MIB ist eine hierarchisch aufgebaute Datenbank, in der Daten zur Verwaltung von Netzwerkkomponenten hinterlegt sind. Management Software kann über das Simple Network Management Protokoll (SNMP) bestimmte Zweige in der MIB abfragen oder Werte ändern und somit das System steuern |
HP OpenView Performance Insight:
Vom Netzwerk-Tool
zum strategischen ITIL Reporting
Werden meine Ressourcen effizient eingesetzt? Wie kann ich meine Einkünfte mit existierenden Mitteln erhöhen? Wie kann ich meine Kosten senken, oder eine Kostenerhöhung verzögern? Ist die Einhaltung aller abgeschlossenen Service Level Agreements gewährleistet? Erreichen kritische Servicekomponenten ihre Kapazitätsgrenzen? Wann ist der kritische Punkt erreicht?
Dies sind eine Menge Fragen! - Und es sind nur ein paar der Fragen, die sich jeden Tag ergeben, wenn man für die Kontrolle der IT Kosten und die Einhaltung der Service Level Agreements verantwortlich ist. Antworten auf all diese Fragen soll das neue HP OpenView Performance Insight (OVPI) Tool geben. Die Frage, welche Ressourcen benötigt werden und wo noch Verbesserungspotential liegt, beantwortet dieser Artikel.
Geschichte
Im September 2000 änderte die Firma Desktalk Systems INC. ihren Namen in „Trinagy“. Dies geschah, um die Richtung und die Visionen der Firma zu verdeutlichen. Dabei reflektierte der Name „Trinagy“ die drei Säulen, auf denen Ihre Visionen standen:
Der damalige Trinagy Präsident und CEO, David Woodall, drückte seine Vision wie folgt aus: „Our new name and our exciting product directions reflect the nature of Trinagy’s heritage - to optimize network performance for service providers and enterprises that function like service providers worldwide.“ [1]
Hinter diesen Visionen stand die TREND-Produktsuite. Diese ermöglichte es dem Service Provider, schwebende Netzwerkprobleme zu erkennen, die unterschiedlichsten Wechselwirkungen zu verstehen und darauf zu reagieren, bevor es zu Ausfällen beim Kunden kam. Gleichzeitig bot die Suite aber auch dem Kunden die Möglichkeit, seine mit dem Provider definierten Service Level Agreements (SLA´s), über ein Web-Interface, im Auge zu behalten.
Das große Potential dieser Reporting Suite, mit ihrer offenen Architektur und den Möglichkeiten der Integration in vorhandene OSS/BSS Systeme, erkannte auch HP und entschloss sich im August 2001, die Firma Trinagy zu kaufen. Die damalige TREND-Produktsuite wurde zu HP OpenView Performance Insight und als strategischer Bestandteil in die OpenView Familie integriert.
Allgemeiner Aufbau
HP OpenView Performance Insight ist eine Performance Management Lösung, die für den Einsatz in unterschiedlichsten Systemlandschaften entwickelt wurde. Natürlich ist auch heute noch die Herkunft des ehemaligen Netzwerk-Tools nicht zu übersehen. Doch die fortlaufende Weiterentwicklung der vorgefertigten Schnittstellen, sogenannter Report Packs (für ServiceDesk, IT-Operations, etc.), zeigt den Weg zum globalen Reportingtool.
Abhängig von der Größe der Systemlandschaft und den gestellten Anforderungen an HP OpenView Performance Insight, kann die Architektur und die Anzahl der einzelnen Komponenten variieren. Die Skalierbarkeit des Tools gestattet den einfachen Aufbau einer 1-Host-Single-User Lösung, bis hin zur verteilten, netzwerkweiten Management Lösung mit mehreren Usern, Gruppen und Lokationen. Anhand der Abbildung 1 werden die grundlegende Architektur und die Hauptkomponenten von HP OpenView Performance Insight beschrieben.
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Sammeln der Daten
Verantwortlich für das Sammeln der Daten sind die „Remote Poller“. Sie sind reine Datensammler und werden an zentralen Stellen im Netz platziert. Diese sammeln dann von einer Anzahl von Systemen die Daten und leiten diese an den Performance Manager weiter. Der Performance Manager ist für ein oder mehrere physikalische Server verfügbar. Je nach Aufgabe kann es sich dabei um einen „Satellite Server“, oder „Central Server“ handeln. Beide beinhalten eine relationale Datenbank (auf Basis von Oracle oder Sybase) und sind für die Verarbeitung der Rohdaten zuständig.
Satellite Server
Satellite Server kommen vor allem in größeren Umgebungen zum Einsatz und verringern die Datenflut auf den Central Server. Dabei übernehmen die Satellite Server einen Teil der Datenaufbereitung und schicken diese dann an den Central Server.
Central Server
Der Central Server ist das Hauptarchiv für alle benötigten Reportdaten. Der Central Server empfängt sowohl die Rohdaten der „Remote Poller“, wie auch die aufbereiteten Daten der Satellite Server und erstellt über die Rollup Prozeduren die aggregierten Datensätze für die Reports (täglich, monatlich, forecast, etc.) und legt sie in der OVPI Datenbank ab.
Weiter ist er die Anlaufstelle für Anfragen über den Web Access Server und leitet die Reportanfragen an die entsprechenden Datensätze weiter.
Web Access Server
Der Web Access Server stellt die OVPI Webseite zur Verfügung. Über ihn ist es möglich, sich mit einem gängigen Web-Browser am Reportingtool zu authentifizieren und auf die Reports zuzugreifen. Auch die OVPI Clients nutzen den Web Access Server zur Authentifizierung ihrer User. Die OVPI Clients sind die Benutzerinterfaces für HP OpenView Performance Insight. Sie können auf einem beliebigen Rechner im Netz installiert sein. Zu den OVPI Clients gehören der Report Builder, der Report Viewer und die Management Konsole.
Management Konsole
Die Management Konsole ist dabei hauptsächlich als Administrationstool zu sehen und beinhaltet den Package-, Object-, System-, Group-, Polling- und Table Manager. Weiterhin ermöglicht sie das Datenbank Tuning und die Verwaltung der Discovery Prozesse. Der volle Funktionsumfang steht nur in Verbindung mit dem Performance Manager zur Verfügung. Mit dem Report Builder lassen sich, basierend auf den Daten der OVPI Datenbank, Reports erstellen. Der Report Viewer dient zum Betrachten der Reports. Er bietet die Möglichkeit, die Darstellung der Daten zu modifizieren, zu speichern und zu drucken.
Skalierbarkeit
Finden die Datensammlung, die Aufbereitung der Rohdaten, das Erstellen und zur Verfügung stellen der Reports und das Managen des Webzugriffs, inklusive Userverwaltung auf einem Rechner statt, dann handelt es sich um ein Standalone System. In der Praxis werden solche Systeme höchstens in Testumgebungen implementiert. Produktive Systeme bestehen fast immer aus mehreren Servern. In den folgenden Abschnitten werden einige mögliche Architekturen und ihre Vorteile dargestellt (siehe auch das Beispiel in Abbildung 2).
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Einsatz von mehreren Remote Pollern
Wie schon erwähnt, handelt es sich bei den Remote Pollern um reine Datensammler, welche strategisch günstig im Netz verteilt werden. Sie sollten im Netz möglichst nah bei ihren Zielobjekten liegen, um lange Distanzen zu vermeiden. Der Einsatz eines einzelnen Remote Pollers hinter einer Firewall ist daher zu empfehlen.
Einsatz von mehreren Satellite Servern
Der Satellite Server besteht aus denselben Komponenten, wie der Central Server. Er besitzt eine eigene OVPI Datenbank und lässt sich über die Management Konsole verwalten. In einer verteilten Umgebung übernimmt er allerdings nur einen Teil der Aufgaben des Central Servers. Er soll vor allem den Central Server entlasten.
Um diese Aufgabe zu erfüllen, berichten die Remote Poller nicht mehr direkt an den Central Server, sondern an einen Satellite Server. Auf ihm erfolgt eine „Vorverarbeitung“ der gesammelten Rohdaten. Dies geht gewöhnlich über das Wandeln der Rohdaten und das Erstellen von stündlichen Aggregationen nicht hinaus. Anschließend werden diese bearbeiteten Daten an den Central Server weitergeleitet, in dem dann die restlichen Rollup Prozeduren ausgeführt werden.
Trennen von Central Server und Web Access Server
Sowohl der Central Server als auch der Web Access Server benötigen wegen ihrer vielfältigen Aufgaben viel Hauptspeicher und eine dementsprechende Rechenleistung. Hinzu kommt beim Central Server noch eine möglichst große Plattenkapazität. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, den Web Access Server auf einer separaten Maschine zu installieren.
Arbeitsweise
Unabhängig von der Architektur und der Größe der Systemlandschaft arbeitet HP OpenView Performance Insight immer auf dieselbe Art und Weise. Als erstes werden die Daten gesammelt, dann bearbeitet und anschließend als Reportdaten zur Verfügung gestellt. Diese drei Arbeitsschritte werden im Folgenden näher betrachtet (siehe Abbildung 3).
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Daten sammeln
Über diese Funktion werden die Netzwerkkarten oder Systeme im Netzwerk identifiziert. Die Daten werden dann durch Polling oder durch das Einlesen von „Flat Files“ gesammelt. Ein „Flat File“ ist dabei eine abgeschlossene Datei mit historischen Daten eines Systems oder einer Applikation, die periodisch neu erzeugt wird. OVPI kann von folgenden Datenquellen sammeln:
Um Daten zu sammeln, benutzt HP OpenView Performance Insight eine Liste von OIDs gängiger SNMP Geräte. Bei der Installation von Report Packs wird die Liste entsprechend erweitert beziehungsweise angepasst.
Für die Erstellung eigener Datensammlungen steht ein MIB-Browser mit der Möglichkeit der Integration weiterer MIBs zur Verfügung. Sind über SNMP keine Daten abzufragen, bietet HP OpenView Performance Insight die Möglichkeit des Auslesens von „Flat Files“. Diese Methode erfordert ein zusätzliches „TEEL Files“, welche die Information für das Ablegen der Daten in der Datenbank enthält. Bei der Installation von Report Packs sind alle notwendigen Dateien und Tabellen bereits vorhanden. Existieren keine fertigen Report Packs zu einem System oder einer Applikation, besteht die Möglichkeit, die notwendigen Dateien und Tabellen selbst anzulegen.
Daten aufbereiten
Beim Aufbereiten der Daten werden die Rohdaten in sogenannte Delta (oder Rate) Daten gewandelt, zusammengefasst und alte Daten aus der Datenbank gelöscht. Die Delta Daten beinhalten dabei die Differenz zwischen zwei zeitlich aufeinander folgenden Werten.
Beim Zusammenfassen werden die Daten in stündliche, wöchentliche, monatliche, vierteljährliche und jährliche Daten konvertiert und in einzelnen Tabellen abgelegt. Weiterhin legt OVPI Forecast Tabellen an. Darin werden Daten für einen Ausblick in die nächsten 30, 60 und 90 Tage gesammelt.
Die Aufbewahrungszeit der Daten in den Tabellen wird über die „Retention Time“ bestimmt. Jede Tabelle hat dabei ihre eigene, voreingestellte Aufbewahrungszeit, welche sich natürlich auch ändern lässt. Ist diese abgelaufen, werden die Daten gelöscht.
Report Daten
Nach dem Aufbereiten der Daten lassen sich daraus Reports erstellen. Dabei stehen zwei unterschiedliche Methoden zur Verfügung:
Die fertigen Reports stehen nach der Erstellung über den Web Access Server zur Verfügung und lassen sich mit dem Web-Browser oder dem Report Viewer betrachten.
Für die zeitliche Steuerung der Datensammlung, der Datenaufbereitung und der Reporterstellung ist der „trendtimer“ zuständig. Der „OVPI trendtimer“ ist ein Dienst/Daemon und kontrolliert über die Textdatei „trendtimer.sched“ die unterschiedlichen Prozesse und Startzeiten.
Report Packs
Bei einem Report Pack handelt es sich um eine geschlossene Reporting Lösung. So ist das Report Pack normalerweise auf einen speziellen Anbieter, Typ oder eine spezielle Anwendung zugeschnitten. Es liefert Out-of-the-box Lösungen mit vorgefertigten Reports und ermöglicht die einfache Anpassung und Erweiterung entsprechend eigener Anforderungen.
Bei der Installation von Report Packs werden automatisch die benötigten Tabellen und Views angelegt. Es werden alle Prozesse, die zur Datensammlung, -bearbeitung und Reporterstellung notwendig sind, installiert und dem „OVPI trendtimer“ übergeben.
Spätestens beim Betrachten der verfügbaren Report Packs wird die Herkunft des Tools klar. Fast alle Report Packs stammen aus dem Netzwerk Segment. Erst in letzter Zeit ist HP dazu übergegangen für die eigenen Management Tools Report Packs anzubieten. Dies ist notwendig, um den Aufgaben einer strategischen Reporting Lösung gerecht zu werden. Eine Auswahl verfügbarer Report Packs finden Sie unter [2].
Handling
Komplexität
Die Installation von HP OpenView Performance Insight ist sehr einfach. Wie komplex und mächtig das Tool ist, zeigt sich erst im Betrieb. Es sollte von vornherein klar sein, dass die Administration des Tools ein Fulltime Job ist und nicht nebenbei erledigt werden kann.
Gute Kenntnisse vorausgesetzt
Soll effizient damit gearbeitet werden, sind gute Netzwerk- und Datenbank-Kenntnisse notwendig. Zum Erstellen von Reports, dem Verwalten der Systeme, der Zuordnung der gesammelten Daten sowie der Rechteverwaltung für Systeme und Reports steht als grafisches Tool die Management Konsole zur Verfügung. Allerdings ist es ohne Verständnis des Gesamtsystems und des Aufbaus der Tabellen und Indizes kaum möglich, hiermit eine sinnvolle Konfiguration zu erstellen. Die sehr differenzierte Darstellung und Rechteverwaltung erkauft man sich mit einem sehr hohen administrativen Aufwand.
Erstellen eigener Report Packs ist aufwendig
Am aufwändigsten ist das Erstellen von eigenen Report Packs. Hierzu müssen entsprechende Tabellen für die einzelnen Zeiträume angelegt werden. Neben den zu definierenden Zeitperioden, wann die Daten gelöscht werden können, müssen Verweise zwischen den Rechnergruppen und den gesammelten Daten erstellt werden. Weiterhin müssen Report-Templates erstellt werden, die auf die angelegten Tabellen und Verweise zugreifen. Dies ist bei weitem noch nicht alles, sondern nur eine grobe Beschreibung der notwendigen Tätigkeiten.
Fazit
Ohne jetzt weiter auf das genaue Handling von HP OpenView Performance Insight eingehen zu wollen, wird schnell klar, welche Möglichkeiten zur Verfügung stehen und wie gut man dafür die OVPI Datenbank kennen muss. Hat man sich aber in dieses Tool eingearbeitet und die Arbeitsweise verstanden, stehen einem alle Tore offen, Service Level Agreements darin darzustellen.
Interessant für große Firmen
Mit dem Einkauf der TREND-Produktsuite und dem weiteren Ausbau zum HP OpenView Performance Insight Tool hat HP sicherlich den richtigen Weg eingeschlagen, um die komplexen Zusammenhänge einer heutigen IT Landschaft darzustellen.
Durch die fertiggestellte Integrationslösung für HP OpenView Service Desk können alle wichtigen Fakten der ITIL Prozesse abgebildet werden. Der hohe administrative Aufwand für das Tool macht es in der Regel aber nur für große Firmen interessant, die trotz der dadurch anfallenden zusätzlichen Kosten dann auch einen wirklichen Mehrwert erhalten. Die Weiterentwicklung des Tools und vor allem der Report Packs wird darüber entscheiden, ob sich diese Reportinglösung auch außerhalb des HP Umfeldes durchsetzen wird. Die Möglichkeiten sind auf jeden Fall durch die offenen Schnittstellen gegeben.
Thomas Hölzer (info@ordix.de).