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ORDIX News Archiv

Das IT-Magazin der ORDIX AG mit Fachbeiträgen zu Datenbanken, Unix und Java/XML.

10 Jahre ORDIX Open!

Schauen Sie sich hier einige Fotos des ORDIX Open 2003 an! (Achtung: Bild 255 KB)

Neues Gesicht am Himmel der Weltschach-Elite: Wunderkind Alexander Grischuk gewinnt das offene Turnier.

Sieger des ORDIX Open
Abb. 1: Die Sieger des ORDIX Open nahmen stolz ihr wohlverdientes Preisgeld von Helma Jenniches, Marketingleiterin der ORDIX AG entgegen. Auf dem Bild 2.v.l.n.r.: Veranstaltungsorganisator Hans-Walter Schmitt, ORDIX Vertreterin Helma Jenniches, Alexander Grischuk (1. Platz), Ivan Sokolov (2. Platz) und Eric Lobron, der “Göttliche“ (3. Platz).

Die diesjährigen “Chess Classics” in der Rheingoldhalle in Mainz boten vom 13.-17.08.03 ein illustres Zusammenspiel von Beiträgen aus der Schachwelt. Veranstalter Hans-Walter Schmitt hatte ein schillerndes Programm zusammengestellt, das dem Zuschauer bis zum Schluss spannende Einblicke in die Schachwelt eröffnete und zu dessen Höhepunkten das 10jährige ORDIX Open zählte.

10 Jahre ORDIX Open brechen alle Rekorde

Denn zu der zehnten Auflage des größten Schnellschach-Turniers der Welt pilgerten dutzende Groß- und Internationale Meister und Hans-Walter Schmitt, Organisator der “Chess Classic Mainz” vermeldete triumphierend “Alle Rekorde gebrochen!” Er zählte am 16.08.03 mit exakt 500 Anwesenden eine neue Rekord-Teilnehmerzahl in der Rheingoldhalle! Und bei 129 Titelträgern trug jeder Vierte einen Meistertitel des Weltverbandes FIDE.

Das in der Schachwelt längst etablierte ORDIX Open wurde damit zum Tummelplatz des Sehens und Gesehenwerdens. Aber auch des Kennenlernens. Es gibt wohl selten in der Welt eine solch offene Atmosphäre, in der die Spitzenspieler auch für den “normalsterblichen” Teilnehmer so greifbar nah sind, wie in diesem Rahmen. Jeder bekommt bei diesem offenen Turnier seine Chance – sowohl die Teilnehmer als auch die Fans auf der Jagd nach dem langersehnten Autogramm!

Alexander Grischuk
Abb. 2: Sieger des ORDIX Open: Der 19-jährige Großmeister Alexander Grischuk

Der Shooting Star

Wie niemand anderes verstehen es die Russen, Nachwuchstalente in ihrer strengen Kaderschmiede “heranzuzüchten“ – so auch im Schach. Dieser russischen “Schachmaschinerie“ frisch entsprungen ist der 19-jährige Alexander Grischuk. Mit großer Spannung erwartet, gab das neue “Wunderkind“ am Samstag, den 16.08.03 sein Stelldichein anlässlich des 10-jährigen ORDIX Opens. Und er kam, sah, und siegte!

Die Sieger

Grischuk schlug in der elften Runde Jewgeni Agrest (Schweden). Mit diesem Schlussrundensieg sicherte sich der Weltranglistensechste in der letzten Runde den Turniersieg. Der junge Moskauer setzte sich damit im Kampf um den Löwenanteil der 4.320 Euro Preisgeld durch und verbuchte als einziger 9,5 Zähler.

Die Top 11 der Weltrangliste
  1. Garry Kasparov, Russland
  2. Vladimir Kramnik, Russland
  3. Viswanathan Anand, Indien
  4. Peter Leko, Ungarn
  5. Veselin Topalov, Bulgarien
  6. Alexander Grischuk, Russland
  7. Alexei Shirov, Spanien
  8. Peter Swidler, Russland
  9. Eugeny Bareev, Russland
  10. Michael Adams, England
  11. Judit Polgar, Ungarn
Quelle: www.fide.com am 22.08.2003

Platz zwei ging an den unter niederländischer Flagge spielenden Bosnier Ivan Sokolov. Und Platz drei nahm der Wiesbadener Großmeister Eric Lobron ein. Unter großem Jubel kam der “Göttliche“, wie Lobron in der einschlägigen Szene gerne genannt wird, auf die Bühne, um sein Preisgeld entgegenzunehmen.

Erinnerungen ...

1994 wurden die “Chess Classic“ ins Leben gerufen. Sie bestanden damals aus einem Vorgänger des heutigen ORDIX Open, dem sogenannten “Chess Classic Open“ und einem Simultan.

“Und weil ORDIX bei diesem ersten Open bereits Hauptsponsor war, feiert das ORDIX Open dieses Jahr sein 10-jähriges Jubiläum“, erläutert Cheforganisator Hans-Walter Schmitt. Denn offiziell heißt dieses offene und größte Schnellschach-Turnier der Welt erst seit 1997 ORDIX Open. Seit 1997 wird es zudem ausschließlich von ORDIX gesponsort. “Das ORDIX Open hat sich inzwischen so stark zu einem feststehenden Begriff etabliert, dass es in der Schachwelt nicht mehr wegzudenken ist“, fügt Schmitt hinzu und die umstehenden Teilnehmer und Schachfans pflichten ihm bei.

ORDIX Open

Gefahr für den Tiger von Madras

Im “Duell der Geschlechter“ traf der Weltranglistendritte und beste Spieler im Schnellschach Viswanathan Anand vom 14.-17.08.03 in Mainz auf die beste Schachspielerin der Welt, Judit Polgar. Judit Polgar ist eine Art “Kunstprodukt“ und mit ihren gerade mal 26 Jahren eine verdammt gefährliche Frau!

Das Experiment Polgar

Ihr Vater war der Ansicht, dass man ein Schachgenie auch durch Training hervorbringen kann. So ließ er seinen Töchtern ein tagtägliches Schachtraining angedeihen. Die Kinder gingen nicht mit Gleichaltrigen zur Schule, sondern spielten Schach. Die notwendige Schulausbildung erhielten sie im Hausunterricht und besuchten nur wenige Male im Halbjahr die Schule, um ihre Prüfungen abzulegen. Diese Rechnung des Vaters ging auf.

Seine Töchter spielten alle sehr erfolgreich Schach und brachten es bis an die Weltspitze – allen voran Judit. Man nennt sie in Schachkreisen daher auch “das Experiment Polgar“.

Seit Jahren schon spielt sie als Jüngste der drei legendären Polgar-Schwestern ausschließlich gegen Männer, denn selbst die guten Frauen in der Schachwelt liegen Längen hinter ihr. Es langweilt sie, sich mit ihnen zu duellieren. Die Frauen-Turniere strikt ablehnende Weltranglistenerste sieht allerdings den 33-jährigen Titelverteidiger Anand in diesem Duell als “Favoriten, aber ich werde ihm einen großen Kampf bieten“, versprach sie vor dem Match und hielt ihr Versprechen.

Judit Polgar

Abb. 3: Die großartige Kämpferin Judit Polgar pflegt beim Schachspiel einen unternehmungslustigen Stil.



Titelverteidiger Anand

Abb. 4: Der in der achten Partie zunächst vor dem leeren Stuhl der Gegnerin sitzende Titelverteidiger Anand.

Der Kampf

Polgar ging mit spektakulären Partien dreimal in Führung und dreimal glich der als Schnelldenker bekannte Anand wieder aus. Er hatte kein leichtes Spiel mit der Ungarin! Und dennoch: Am vierten Tag übernahm der Tiger von Madras die Regie und zog erstmals im siebten Duell in Front. Auch in der achten Begegnung war der Inder Herr des Geschehens und Judit Polgar lief die Zeit davon.

Sie hatte ihr Spiel mit 2 Minuten Zeitverzögerung begonnen, indem sie zu Spielbeginn der achten Partie zunächst nicht erschien. Unruhe machte sich breit und ein nervös werdendes Publikum saß in den Reihen. War es Taktik? In der Schachwelt ist es gemeinhin bekannt, dass Vishy Anand Unpünktlichkeit hasst. Es bleibt nun Spekulation, ob Judit Polgar ihre Zeitverzögerung als bewussten Schachzug schon vorab ins Kalkül aufgenommen hatte, um ihren Gegner rasend zu machen, und damit vielleicht fehleranfälliger.

Doch der Zeitverlust wurde ihr nun zusätzlich zum Verhängnis. Polgar nutzte jede Situation, das Ruder wieder herumzureißen mit stets neuen und unberechenbaren, gut durchdachten Zügen. Doch es half nichts. Anand holte schließlich mit 5:3 zum vierten Mal in Folge den Titel bei den CCM.

Die Simultans gegen Peter Leko und Peter Swidler

In den beiden Simultans gegen Peter Leko und Peter Swidler wurde Chess960 gespielt. Bei dieser Schachvariante wird die Grundstellung der Figuren ausgelost. Diese Spielart ist auch unter anderen Namen bekannt, wie z. B. Fischer Random Chess, Multiple Choice Chess, Würfelschach oder Full Chess. Der Name Chess960 kommt daher, dass es in der Auslosung 960 verschiedene Möglichkeiten für die Grundstellung der Figuren gibt.

Das Interessante an dieser Schach-Variante ist, dass die oftmals entscheidenden und langwierigen Eröffnungen damit hinfällig werden. Ohne langes, strategisches Vorausdenken “setzt man sich einfach hin und spielt“. Dies ist die Philosophie, die dahinter steckt.

Die Anfangsstellungen werden 5 Minuten vor Spielbeginn ermittelt. Die Weltklassespieler hatten es dann auch nicht leicht, kämpften sie doch im Chess960 - um ihre Eröffnungswaffen beraubt - gegen den ambitionierten Amateur.

Die Gewinner der letzten Ausgabe

In den beiden Simultans spielten am 13.08.03 je 20 Gegner gegen den Weltranglistenvierten Peter Leko und gegen Peter Swidler (Weltrangliste 8). Für diese Simultans hatte die ORDIX News ihren Lesern in der letzten Ausgabe 2 Plätze zur Verfügung gestellt. Die Gewinner aus der Verlosung waren Herr Frank Schirrmeister aus Griesheim bei Darmstadt und Herr Dr. Rainer Hillekamp aus Münster, sowie Herr Sven Lehnert aus Eschborn und Herr Jens Rohloff aus Hannover, die je einen Platz im ORDIX Open gewannen! Ihnen allen an dieser Stelle unseren Herzlichen Glückwunsch!

Und unsere Gewinner schlugen sich tapfer. Die beiden Simultans begannen gegen 16.30 Uhr. Herr Dr. Rainer Hillekamp kämpfte bis 18.39 Uhr, bevor er leider verlor. Herr Frank Schirrmeister hielt im Match gegen Peter Leko länger durch als Prof. Eckhard Freise, der ebenfalls dort teilnahm. Prof. Freise, der als Gewinner der Günter Jauch Show “Wer wird Millionär“ große Bekanntheit erlangte, gab sich gegen 18:58 Uhr dem vierten der Weltrangliste geschlagen, wohingegen die Partie von Frank Schirrmeister gegen den Weltranglistenvierten um 19:15 Uhr mit einem Remis endete!

Die Ergebnisse des ORDIX Open: Herr Sven Lehnert erzielte einen stolzen 271. Platz und lief damit dem Mainzer Oberbürgermeister Jens Beutel knapp den Rang ab. Der zweite Teilnehmerplatz im ORDIX Open konnte leider aus dringenden Gründen kurzfristig nicht wahrgenommen werden und verfiel daher.