
Das IT-Magazin der ORDIX AG mit Fachbeiträgen zu Datenbanken, Unix und Java/XML.
IBM WebSphere Application Server (WSAS) wird für die Plattformen Linux, Windows, OS/400, AIX, HP-UX und Solaris angeboten. Für die letzten drei wird erweiterter Support geboten, wohingegen bei den erstgenannten nur ein eingeschränkter Support erfolgt. Zusätzlich gibt es eine speziell für die IBM zSeries angepasste Version.
Das augenscheinlichste Merkmal eines Application Servers ist die J2EE-Norm. Typische Fragen in diesem Umfeld sind die nach der unterstützten J2EE-Spezifikation und ob diese auch zertifiziert wurde.
WSAS bietet in der Version 5 eine vollständige, zertifizierte J2EE 1.3 Unterstützung, wobei schon einige Technologien der J2EE 1.4 Spezifikation enthalten sind. Viele der in J2EE 1.3 enthaltenen Standards werden unterstützt (wie u. a. aus Abbildung 1 ersichtlich).
Die Unterstützung von Container Managed Persistence Entity Beans spielt bei Application Servern eine durchaus wichtige Rolle. Somit ist die Erfüllung einer aktuellen EJB Spezifikation ein ausschlaggebender Aspekt bei der Auswahl des Application Servers. Hierbei sind allerdings auch die Anwendungen, die auf dem Server laufen sollen, dahingehend zu analysieren, ob diese wirklich den neuesten Standard der Spezifikation benötigen. WSAS unterstützt in Version 5 die EJB 2.0 Spezifikation.
WebSphere Application Server unterstützt die wichtigsten offenen Standards für Webservices wie SOAP, UDDI und WSDL. Zur Kommunikation mit Webservices stehen eine Reihe von Protokollen, u. a. JMS und RMI/IIOP, zur Verfügung.
Eine private UDDI Registry ermöglicht Entwicklern, ihre internen e-Business Anwendungen zunächst in einer gesicherten, privaten Umgebung zu testen. Über das "Webservice Gateway" lässt sich die Bereitstellung von Webservices für weitere Abteilungen oder externe Partner zusätzlich vereinfachen. Das Gateway kann z. B. immer als Endpunkt für eingehende Kommunikation dienen. Im Zuge der Requestweiterleitung nach innen kann es sogar das verwendete Protokoll wandeln.
WSAS bietet eine Oberfläche zum Management aller Applikationen und Komponenten von zentraler Stelle aus. Eine komplett browserbasierte Oberfläche vereinfacht die Steuerung ganzer Application Server-Farmen und ermöglicht zudem die entfernte Administration sogar über Firewallgrenzen hinweg.
Für die automatisierte Überwachung bzw. die skriptgesteuerte Administration sind die Management Funktionalitäten neben der browserbasierten Oberfläche auch über JMX und Kommandozeilentools erreichbar.
Das Deployment von Applikationen ist ebenfalls über die gesamte WSAS Landschaft hinweg aus einer Oberfläche zu erledigen. Eine Applikation von einem Server zum nächsten umzuziehen, ist mit wenigen Handgriffen durchgeführt, wobei die meiste Arbeit von Agenten auf den betroffenen Systemen erledigt wird. In der Version "WebSphere for Application Developers" ist eine spezielle Variante der Open Source Entwicklungsumgebung Eclipse enthalten. Diese vereinfacht das Deployment und den Testprozess nochmals durch zusätzliche Integration, indem sie die nötigen Schritte direkt aus Eclipse heraus ausführt.
Die vorhandene Infrastruktur des Systemmanagements wird auch im Bereich Verfügbarkeit verwendet. Eine zentrale Instanz überwacht die WebSphere Cluster und sorgt für die Übernahme der Dienste von ausgefallenen Knoten durch andere.
Noch einen Schritt weiter geht die Lastverteilung innerhalb eines Clusters. Diese erkennt Engpässe und skaliert Anwendungen wenn möglich, um die anfallende, zusätzliche Last abzufangen.
IBM bietet für WSAS drei verschiedene Lizenzen an. Zum einem gibt es die einfache WebSphere Application Server Lizenz für ca. 15.000 €, des Weiteren eine WebSphere Application Server Enterprise Edition für ca. 30.000 € und eine "abgespeckte" WSAS Express Lizenz für ca. 2.000 €. In allen Lizenzen ist Support für 12 Monate enthalten.
Der IBM WebSphere Application Server wird für ein breites Spektrum von Plattformen angeboten. Er unterstützt die wichtigsten Spezifikationen für EJB und J2EE und gängige Standards wie JNDI, XML, JDBC, WSDL. Die kommende Version 6 des WSAS wird J2EE 1.4 zertifiziert sein, womit dem Einsatz der neuesten Java Technologie nichts mehr im Wege steht.
In einer der kommenden Ausgaben der ORDIX News wird der Open Source Application Server JBoss von der JBoss Group näher untersucht und beschrieben.
Michael Heß und Lars Hendrik Korte (info@ordix.de).