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ORDIX News Archiv

Das IT-Magazin der ORDIX AG mit Fachbeiträgen zu Datenbanken, Unix und Java/XML.

RMAN-Integration in Backup-Tools (Teil II):

Im Einklang mit Veritas NetBackup und HP DataProtector

In der letzten Ausgabe der ORDIX News haben wir die Integration des Oracle Recovery Managers (RMAN) in die Backup Werkzeuge Legato NetWorker und Tivoli Storage Manager betrachtet. In dieser Ausgabe werden wir uns mit der Einbindung einer RMAN-gestützten Sicherung in Veritas NetBackup und HP DataProtector beschäftigen.

Neben den rein technischen Aspekten sprechen wir auch über unsere Erfahrungen aus Backup Projekten. Den Schluss des Artikels bildet ein Vergleich der besprochenen Backup Tools im Hinblick auf die Integration einer Oracle Datenbank Sicherung mit RMAN.

RMAN und NetBackup

Abb. 1: Zusammenspiel der Komponenten bei RMAN und NetBackup.

Ähnlich wie mit NetWorker und TSM beschrieben, gliedert sich die Inbetriebnahme einer Oracle Sicherung mit NetBackup in unterschiedliche Teilschritte:

1. Installation und Link einrichten
Die Installation läuft über eine Installationsroutine, die auf den entsprechenden Plattformen sowohl die 32 Bit als auch die 64 Bit Version der Software installiert.

Das Linken der installierten Shared Library mit dem Oracle Binary kann mit zwei unterschiedlichen Varianten erfolgen. Die erste – und sicherlich einfachere Möglichkeit – ist der Aufruf des Skripts oracle_link. Dieses ermittelt die Oracle Version und führt die Installation und das Linken automatisch durch. Die zweite Möglichkeit ist das Linken auf konventionellem Weg, also je nach Oracle Version ln –s oder make.

2. Konfiguration
Die vollständige Konfiguration einer Oracle Datenbank Sicherung ist "Wizard-gesteuert" möglich.

Zunächst wird in der Administrations-Konsole eine neue Policy angelegt. Dabei wird der Backup Policy Configuration Wizard eingesetzt. Als Policy Type wird Oracle eingegeben. Im nächsten Schritt trägt man den Namen des Clients ein und anschließend werden alle Vorgaben übernommen.

Ähnlich gestaltet sich das Ausführen eines ersten Backups. Dazu wird die NetBackup GUI auf dem NetBackup Client, also dem Datenbank Server, aufgerufen. Dort lässt sich wiederum ein Wizard starten, der dem Anwender eine adhoc-Sicherung ermöglicht.

Backup-Skripte können entweder über einen Wizard erzeugt werden oder man verwendet mitgelieferte Beispiel-Skripte. Der aus RMAN Sicht interessante Teil sieht beispielsweise wie in Abbildung 2 aus.

Abb. 2: Beispiel-Skript für ein Backup mit NetBackup.

Im Gegensatz zu den anderen Backup Tools werden beim ALLOCATE CHANNEL nicht zwingend Parameter übergeben. Stattdessen kann die Konfigurations-Datei bp.conf verwendet werden. Hier können beispielsweise folgende Umgebungsvariablen gesetzt werden:

Im Weiteren wird in dem Beispiel-Skript aus Abbildung 2 die Variable BACKUP_TYPE verwendet. Darüber wird gesteuert, ob es sich z. B. um eine Vollsicherung oder eine inkrementelle Sicherung handelt. Dazu wird die Variable BACKUP_TYPE innerhalb des Backup Skripts vorbelegt.

RMAN und DataProtector

Abb. 3: Zusammenspiel der Komponenten bei RMAN und DataProtector.

Die Installation und das Einrichten des Links sind ähnlich wie bei den anderen Tools und werden von uns hier nicht weiter beschrieben.

Integration und Skripte

Die Backup Skripte bei HP DataProtector liegen nicht auf dem Datenbank Server, sondern werden innerhalb der Backup Software auf dem DataProtector Server gespeichert. Von dort aus wird das jeweilige Skript zu Beginn der Sicherung auf den Datenbank Server kopiert und ausgeführt.

Vom Backup Startfenster aus gelangt man über Backup -> Backup Specifications -> Oracle Server -> Add Backup in eine GUI, über die die Backup Skripte angelegt werden. Es bietet sich an, eines der angebotenen Templates als Basis zu nutzen. Ein fertiges Skript könnte dann die in Abbildung 4 gezeigte Form haben.

Abb. 4: Beispiel-Skript für die Sicherung mit HP DataProtector.

Die Einschränkung des Parameters filesperset 1 ist durch HP vorgegeben.

Natürlich lässt sich das Backup einer Oracle Datenbank mit HP DataProtector auch vom Datenbank Server aus anstoßen. Das Skript dazu finden Sie in Abbildung 5.

Abb. 5: Beispiel-Skript für die Sicherung mit HP DataProtector auf dem Datenbank Server.

Es entspricht damit, abgesehen von den beiden connect Strings, dem DataProtector-basierten Aufruf. Damit lassen sich Oracle Backups mit DataProtector in ein unternehmensweites Scheduling Tool einbinden.

Fazit

Grundsätzlich kann man festhalten, dass sich alle derzeit im Oracle Backup-Umfeld gestellten Aufgaben über alle vier vorgestellten Tools lösen lassen.

Der Ansatz bei NetWorker, DataProtector und NetBackup ist sehr ähnlich. Sicherlich gibt es Unterschiede bei Dingen wie Wizards o. ä., aber im Rechenzentrumsbetrieb sind eigentlich eher Skripte gefragt, weil sie sich leicht verteilen und modifizieren lassen. Damit ist der Konfigurationsaufwand für die drei vorgenannten Backup Tools als gleichwertig einzustufen.

Der administrative Aufwand bei Verwendung von TSM ist höher als bei den anderen Tools, da je Datenbank Backup mehrere Skripte erstellt werden müssen.

Alle betrachteten Produkte bringen einen eigenen Scheduler mit, der beim TSM auf dem Backup Client und bei den anderen auf dem Backup Server läuft. Die Einbindung aller Tools in einen zentralen Scheduler wie Control-M, UC4 oder RedWood JCS ist ebenfalls möglich.

Andreas Kother (info@ordix.de).