
| CLP |
|
Command Line Processor |
| HADR |
|
High Availability Disaster Recovery |
| API |
|
Application Programmer Interface |
Die im ersten Teil des Artikels ausführlich beschriebene Funktions-weise von HADR wird in Abbildung 1 noch einmal kurz dargestellt: Die von der Primärdatenbank erzeugten Log-Dateien werden über das Netzwerk zur Standby-Datenbank übertragen und dort nachgefahren.
|
Wie bei fast allen administrativen Tätigkeiten kann DB2 HADR über den Command Line Processor (CLP), mit einem Assistenten aus der Steuerzentrale oder über API-Aufrufe initialisiert werden. Im Folgenden beschreiben wir die Vorgehensweise über den CLP und den Assistenten.
Um HADR mit dem CLP zu initialisieren, sind die folgenden Schritte notwendig:
Danach sind in beiden Datenbanken die Konfgurationsparameter für HADR zu setzen. Vorgaben für die Beispielkonfguration:
Im folgenden Beispiel sollen die beiden Rechner mit den Namen rechner1 und rechner2 HADR benutzen. Die HADR-Prozesse sollen dabei über den Netzwerkport 4711 kommunizieren. Beim Verbindungsaufbau soll der Timeout 120 Sekunden betragen. HADR soll im Modus fast synchron arbeiten. Die Datenbank heißt auf beiden Rechnern sample.
Daraus ergeben sich die in den Abbildungen 2 und 3 gezeigten Konfgurationsänderungen für die beiden Datenbanken.
|
db2 update db cfg for sample using HADR_LOCAL_HOST rechner1 |
|
db2 update db cfg for sample using HADR_LOCAL_HOST rechner2 |
Dabei ist zu beachten, dass HADR allein durch das Setzen der Parameter noch nicht aktiviert wird. Dies ist nur eine notwendige, vorbereitende Maßnahme.
Zuerst ist HADR auf der Standby-Datenbank mit folgendem Kommando zu starten:
START HADR ON DB <DB-Alias> AS STANDBY
Danach ist HADR auf der Primärdatenbank zu starten:
START HADR ON DB <DB-Alias> AS PRIMARY
Abbildung vergrößern |
Bei der Verwendung des Assistenten sind keine manuellen Tätigkeiten notwendig. Alle Schritte, die bis zum Starten von HADR nötig sind, werden mit Hilfe des Assistenten ausgeführt. Abbildung 4 zeigt den Assistenten.
Der Assistent wird mit dem Kontextmenü "HADR (High Availability Disaster Recovery) -> Einrichten" auf dem Icon der Datenbank in der Steuerzentrale gestartet. Danach werden die folgenden Schritte ausgeführt:
Das vollständige Kommando START HADR zum Starten von HADR hat folgende Syntax:
START HADR ON DB <Aliasname> [USER <Benutzer> [USING <Passwort>]] \
AS { PRIMARY [BY FORCE] | STANDBY }
Bedeutung der Optionen:
Das Kommando zum Stoppen von HADR hat folgende Syntax:
STOP HADR ON DATABASE <Aliasname> [USER <Benutzer> [USING <Passwort>]]
Die Optionen haben dieselbe Bedeutung, wie beim Kommando START HADR.
Die Funktionsübernahme wird mit dem Kommando TAKEOVER HADR vorgenommen. Es hat die folgende Syntax:
TAKEOVER HADR ON DATABASE <Aliasname> [USER <Benutzer> [USING <Passwort>]]\
[BY FORCE]
Bedeutung der Optionen:
Abbildung vergrößern |
Auch die Funktionsübernahme kann mit einem Assistenten (siehe Abbildung 5) vorgenommen werden. Soll die Umschaltung allerdings automatisiert erfolgen, so ist das nur mit den entsprechenden CLI-Kommandos möglich, die in entsprechende Skripte eingebaut werden.
Wenn die Bereitschaftsdatenbank die Funktion einer ausgefallenen Primärdatenbank übernommen hat, kann der Ausgangszustand wieder hergestellt werden, sobald das System mit der ursprünglichen Primärdatenbank wieder zur Verfügung steht.
Dazu sind die folgenden Schritte notwendig:
Durch ein schrittweises Update können Änderungen an Hard- und Software der beiden Systeme im laufenden Betrieb durchgeführt werden. Die Ausfallzeiten sind dabei sehr kurz.
Folgende Schritte sind notwendig:
Die Ausfallzeiten summieren sich dabei aus den beiden Übernahmen der Funktionalität, was sich in der Praxis im Bereich von wenigen Minuten bewegen sollte.
Wie man sehen kann, ist es recht einfach möglich, HADR zu installieren und zu konfgurieren. Beispielsweise bei der Verwendung der Assis-tenten ist es nach Windows-Manier möglich, mit "Weiter-Weiter-Fertig" HADR aufzusetzen, ohne sich mit der Technologie genauer beschäftigen zu müssen.
Davon ist allerdings abzuraten, da man dann bei auftretenden Problemen sehr schnell mit seinem Latein am Ende ist und die Verfügbarkeit der Datenbank nicht schnell genug wieder herstellen kann. Das sollte HADR aber gerade vermeiden.
Holger Demuth (info@ordix.de).