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Dieser Artikel richtet sich an Datenbank- und Systemadmininstratoren sowie Softwareentwickler.

Glossar

Response File
Bei der Konfiguration des Informix Dynamic Server V 11 besteht die Möglichkeit, die Konfigurationsphasen und Informationen in ein Response File mitschreiben zu lassen. Mit diesem Response File lässt sich dann eine so genannte Silent Installation durchführen. D. h. während der Installationsphase werden die zu installierenden Komponenten aus dem Response File gelesen und dementsprechend installiert. Es entfällt somit die erneute Auswahl der diversen Komponenten.
Fuzzy Checkpoint
Während der Bufferinhalt auf Platte geschrieben wird (Checkpoint), kann keine Transaktion ändernde Zugriffe auf Datensätze vornehmen. Folglich kommt es zu diesem Zeitpunkt zu Engpässen. Durch Einführung des Fuzzy Checkpoint wurde das Problem der Performance-Einbuße entschärft. Bei einem Fuzzy Checkpoint wird nicht mehr der komplette Buffer des Shared Memorys auf Platte geschrieben, sondern nur die Datensätze, die unter die Regel der Fuzzy Operationen fallen.


Neue Reihe: IBM Informix Dynamic Server Version 11 (Teil I)

Cheetah - IBM’s neues Raubtier


Dieser Artikel gibt einen ersten Überblick über die am 14. Juni 2007 veröffentlichte IBM Informix Version 11 (Projektname „Cheetah"). In den kommenden ORDIX News Ausgaben werden wir Ihnen technische Einzelheiten und Details zu den zahlreichen Erweiterungen vorstellen.

Bereits im Herbst 2006 kündigte IBM auf der „Information on Demand"-Konferenz in Kalifornien mit dem Nachfolge-Release des IBM Informix Dynamic Servers (IDS), Version 10, Großes an. Seitdem sind einige Monate vergangen bis der Hersteller im Februar 2007 nun zum ersten Mal detaillierte Informationen über das neue Produkt mit dem Codenamen Cheetah (deutsch: Gepard) veröffentlichte.

Der Name Gepard - superschnell, lautlos, extrem effizient und ohne Ballast - lässt auf hohe Leistung schließen.

Von einer neuen Administrationsoberfläche über nicht-blockierende Checkpoints, einstellbare Recovery-Zeiten und dynamisches Ressourcen-Tuning bis hin zu einem Scheduler, der regelmäßige Aufgaben (Tasks) erledigen kann, gibt es einige Neuheiten für Administratoren.

Es sind zahlreiche, optimierte Funktionen für Stabilität, Sicherheit und Hochverfügbarkeit neu hinzugekommen. Insgesamt wurden über 60 Neuerungen in den IDS 11 integriert:

Installation

Mit IDS 11 ist es ab sofort möglich, sich anhand eines Install-Wizards Serverkomponenten individuell zusammenzustellen. Dadurch kann die Größe des Datenbankservers von circa 85 MB (Basiskomponenten) bis zu circa 240 MB (komplett) variieren. Dies ist sicher ein Vorteil für IT-Umgebungen, in denen die Verteilung der Software wegen großer Datenmengen Probleme im Netzwerk bereitet.

Während des Installationsvorgangs wird ein Protokoll erstellt, das so genannte ResponseFile. Mit diesem lassen sich IDS-Installationen später auf eine einfache Art und Weise vervielfältigen.

Nicht-blockierende Checkpoints

IBM hat in der neuen Version des IDS den bisherigen Checkpoint-Algorithmus geändert. Der DB-Server erlaubt es der Applikation nun, während einer Checkpoint-Phase mit den Transaktionen fortzufahren. Durch die Einführung dieses neuen Checkpoint-Algorithmus entfällt der bisherige, so genannte Fuzzy Checkpoint.

Voraussetzung für die Durchführung nicht-blockierender Checkpoints sind ausreichend groß dimensionierte Logfiles. Sollte die Größe des Physical Log oder der Logical Log zu klein gewählt sein, protokolliert IDS einen entsprechenden Warnhinweis in das Online Logfile des DB-Servers.

Außerdem ist es nun im laufenden Betrieb möglich, für das Physical Logfile hinsichtlich Größe und Speicherung (DB-Space) Änderungen vorzunehmen.

Neu hinzugekommene onstat-Befehle ermöglichen dem Administrator zukünftig ein komfortables und ausführlicheres Monitoring der Checkpoint-Statistiken.

Einen weiteren, wichtigen Schritt in das von IBM propagierte Autonomic Computing macht der IDS DB-Server u. a. mit folgenden Neuerungen:

Automatisierte Statistiken

Beim Anlegen eines neuen Indexes auf einer Tabelle, legt der IDS nun automatisch Statistiken zu den jeweiligen Indexen an. Diese statistischen Werte entsprechen dem update statistics low-Statement. Dadurch ist nach dem Anlegen eines neuen Indexes die explizite Ausführung des update statistics-Kommandos auf die Tabelle nicht mehr notwendig.

Die Sysmaster Table systables wurde um die Spalte ustlowts erweitert, in dieser Spalte wird der Zeitstempel des letzten update statistik low-Befehls je Tabelle gespeichert. Das macht es zukünftig sicher einfacher, per SQL-Statement die Information des letzten Statistiklaufes für eine Tabelle zu finden.

Integrierter Scheduler

Der neu im Datenbankkern integrierte Scheduler erlaubt die automatische und zeitgesteuerte Ausführung administrativer Aufgaben. Die Aktivitäten des DB-Servers lassen sich überwachen und bei Bedarf können Aktionen, z. B. DB-Space-Erweiterungen, auch automatisch angestoßen werden. Alle Aufgaben (tasks) bzw. Aktionen werden in einer Tabelle in der sysadmin-Datenbank verwaltet.

Replikation

Auf dem Gebiet der Hochverfügbarkeit kommen zu den beiden klassischen Replikationsmethoden HDR (High Availability Replikation) und ER (Enterprise Replikation) eine weitere Technologie hinzu:

Mit Remote Standalone Secondary (RSS) kann in Zukunft eine 1:n-Beziehung aufgebaut werden. Bisher war es nur möglich, auf einem Secondary Server zu replizieren.

Die neue Hochverfügbarkeitslösung SDS (Shared Disk Secondary) firmiert unter dem Projektnamen MACH11. Dies steht für Multinode Active Cluster for High Availability und ist eine vergleichbare Aktiv-Aktiv-Clusterlösung zum Real Application Cluster (RAC) von Oracle.

Wie bei Oracle RAC ist eine Shared Disc Architektur für Mach11 Voraussetzung. Alle beteiligten Informix-Datenbankserver (Primary und SDS) greifen auf dieselben Chunks zu. Es müssen lediglich eigene lokale TEMP DBspaces für die SDS Instanzen angelegt werden.

Die Produktstrategie von IBM im IDS-Hochverfügbarkeitsumfeld sieht vor, alle existierenden Hochverfügbarkeits-/ Replikationsmethoden so flexibel wie möglich zu gestalten, um eine beliebige Kombination zu gewährleisten.

In Abbildung 1 wird eine schematische SDS-Beispielkonfiguration dargestellt.

Abb 1: Beispiel einer schematischen Shared Disc Konfiguration.

Weitere Funktionalitäten der Version 11.1

Neben den oben beschriebenen Funktionalitäten hat IDS Datenbank Server Version 11.1 noch einiges mehr zu bieten. Die folgende Liste gibt einen Überblick über weitere Neuheiten:

Eine ausführliche Liste der Neuerungen finden Sie unter [1].

Ein erstes Fazit

Im Hinblick auf die Datenbankstrategie hat bei IBM ein Umdenken stattgefunden. Was in der Vergangenheit unvorstellbar gewesen wäre, wird nun offenbar Realität. IBM hebt nun ganz offiziell Infomix gleichberechtigt auf eine Ebene mit DB2.

Die langjährigen, bereits bekannten Stärken von IDS - die effiziente Administration, die hohe Zuverlässigkeit und die skalierbare Architektur - gepaart mit den neuen Erweiterungen machen den neuen IDS-Datenbankserver für den Einsatz in kritischen OLTP-Umgebungen hervorragend geeignet.

Man darf dennoch „orakeln", welche Neuerungen IBM in zukünftige IDS 11 Releases einfließen lässt. Mit MACH11, der neuen Hochverfügbarkeitstechnologie, zielt IBM bereits jetzt auf Oracle-Kunden, die eine Alternative zu RAC suchen. Eine weitere Performance-Steigerung darf man von Data Compression erwarten, das für eine der nächsten Versionen angekündigt ist.

Nach diesem Überblick über die neue IDS-Version 11 werden wir in den kommenden Ausgaben über die technischen Details dieser Neuerungen berichten.

Manfred Stöb (info@ordix.de).