
Oracle liefert mit der Steuerung und dem Monitoring von Jobs sowie mit einer Sammlung von bereits zur Ausführung konfigurierten Berichten ein mächtiges Werkzeug. Die Funktionen stehen mit der Installation und Einrichtung des Enterprise Managers, kostenlos zur Verfügung. Die Ausführung von Jobs und die Erstellung von Berichten kann sofort, zu einem späteren Zeitpunkt sowie zeitgesteuert wiederholt gestartet werden.
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Die Übersichtsseiten der Jobs und Berichte erreicht man von jeder Seite im EM Grid Control aus über den entsprechenden Reiter oder die Links am Ende jeder Seite.
Die Startseite der Jobs (siehe Abbildung 1) enthält eine Liste von Routinen, die mit den Eingabefeldern nach Status und Name gefiltert werden können. Einzelne Jobs lassen sich über diese Liste zentral verwalten. Sie ist ein erster Überwachungsansatz für das Job-Monitoring. Die Vielseitigkeit dieses Werkzeugs, ergibt sich jedoch durch die Fülle an Routinen, die einem zur Verfügung gestellt werden. Für alle zur Überwachung stehenden Ziele im EM Grid Control können administrative Job-Routinen erstellt und überwacht werden. Erstellte Jobs können in der Job Library abgelegt und später (manuell oder zeitgesteuert) gestartet oder bearbeitet werden.
Von der Job-Übersichtsseite (siehe Abbildung 1) können folgende Routinen erstellt werden:
In der Praxis werden am häufigsten SQL-Skripte, Multi-Task-Jobs und RMAN-Jobs verwendet.
Die Definition von Jobs ist fast bei allen Routinen identisch. Bei der Job-Auswahl ist darauf zu achten, dass die Anwendung bestimmter Job-Typen auf die Zielgruppen beschränkt ist, auf der sie ausgeführt werden können.
Um einen Job zu definieren, wird auf der Übersichtsseite der Typ aus der Dropdown-Liste selektiert und auf "weiter" geklickt. Die Definitionsübersicht ist in folgende fünf Schritte untergliedert:
Je nach Job-Typ müssen nicht immer alle Reiter ausgefüllt werden. In diesen Reitern erscheint der Hinweis, dass der Job dann hier keine Eingaben erfordert.
In der Maske "Allgemeines" wird der Job beschrieben. Um fortzufahren, ist die Vergabe eines Namens erforderlich. Die Routine sollte optional noch eine Beschreibung der Funktion erhalten. Der Zieltyp ist je nach Job-Typ nicht variabel, da man zum Beispiel den Routinentyp "Datenbank hoch- bzw. herunterfahren" nur auf eine Datenbankinstanz anwenden kann. Ein Job bezieht sich immer auf einen Zieltyp. Innerhalb des Zieltyps ist es jedoch möglich, mehrere Ziele hinzuzufügen.
Im Reiter "Parameter" findet die eigentliche Spezifikation des Jobs statt. Hier können entweder einzelne Befehle oder ganze Skripte eingegeben werden. Zur Programmierung dieser Befehle oder Skripte stehen bestimmte Variablen zur Verfügung.
Beim Herunter- oder Hochfahren der Instanz sind an dieser Stelle sämtliche Parameter aufgelistet, die für die Ausführung angegeben werden können, wie zum Beispiel für den Befehl shutdown die Option immediate.
Im dritten Schritt werden die Verbindungsdaten zum Ziel angegeben. Diese Daten können schon zentral unter "Voreinstellungen ⇒ Bevorzugte ID-Daten" für dieses Ziel hinterlegt sein. Für einen Job können aber auch unter "Bevorzugte ID-Daten außer Kraft setzen" andere Zugangsdaten angegeben werden.
Bei der Angabe der Zugangsdaten ist darauf zu achten, dass der User über ausreichend Rechte verfügt, um den Job auszuführen.
Zum Terminieren der erstellten Jobs liefert der Oracle Enterprise Manager Grid Control drei Varianten. Die Routinen können zum einen einmalig, das heißt sofort nach Abschluss der Eingaben, oder später zu einer angegebenen Zeit ausgeführt werden. Zum anderen besteht aber auch die Möglichkeit, in immer wiederkehrenden Abständen die Jobs starten zu lassen. Allerdings beschränkt sich die Angabe auf ein immer gleiches Intervall, das hier angegeben werden kann. Ausführungen, wie zum Beispiel jeweils am Montag und Freitag, sind nur abzudecken, wenn man nach der Job-Erstellung nochmals in den Änderungsmodus wechselt.
Der Reiter "Zugriff" bietet zum einen die Möglichkeit, Grid Control Benutzern Rechte auf diesen Job zuzuordnen. Zum anderen kann eine E-Mail-Benachrichtigung zu einem gewissen Status des Jobs versendet werden. Voraussetzung ist hierbei allerdings, dass der SMTP-Server unter "Setup ⇒ Benachrichtigungsmethoden" eingestellt ist. Wir empfehlen hier, nicht nur bei Problemen E-Mails zu generieren, sondern auch zum Start der Ausführung oder wenn ein Job erfolgreich abgeschlossen wurde. Sollte nur bei Problemen die E-Mail generiert werden, hat man nur schwer Einblick darin, ob der Job zum angegebenen Zeitpunkt überhaupt gestartet worden ist.
Gestartet wird die Ausführung des Jobs mit dem Button "Weiterleiten". Den Job kann man als Vorlage in die Job Library ablegen. Sollten alle notwendigen Felder der fünf Job-Definitionsschritte ausgefüllt sein, erscheint eine Bestätigungsmeldung.
Das Überwachen von Jobs in Grid Control ist sehr redundant ausgelegt. Es gibt viele Möglichkeiten, zu den entsprechenden Informationen zu gelangen. Einige Methoden sind schon im Laufe dieses Artikels erwähnt worden. Eine Möglichkeit ist die Versendung von E-Mails bei Statusänderungen des Jobs. Möglichkeiten in der Webkonsole findet man sowohl auf der Job-Übersichtsseite als auch auf der Startseite eines jeden Ziels (Beispiel: Ziel ⇒ Datenbanken ⇒ DbName).
Auf der Job-Übersichtsseite kann man für die Detailinformationen auf den Link des Job-Namens klicken. Die Startseite jedes Ziels beinhaltet eine Zusammenfassung über die Job-Aktivitäten der letzten sieben Tage auf dem jeweiligen Ziel.
Der Oracle Enterprise Manager liefert von Haus aus viele bereits konfigurierte Berichte, die man auf die jeweils eingestellten Ziele anwenden kann. Ein Blick auf die Berichtübersichtsseite (siehe Abbildung 2) zeigt alle zur Verfügung stehenden Berichte. Die mitgelieferten Berichte können nicht direkt bearbeitet werden. Allerdings kann man einen Bericht auswählen und unter dem Button "Ähnliche erstellen" den vorhandenen Bericht nach eigenen Vorlieben anpassen. Sollte hier noch jemand Informationen vermissen, ist es auch möglich einen komplett neuen Bericht zu erstellen.
Eine vorhandene Formatvorlage auf ein Ziel anzuwenden, ist sehr einfach gehalten. Der entsprechende Link wird auf der Berichtübersichtsseite ausgewählt. Daraufhin muss ein Ziel ausgewählt werden. Bei der Zielauswahl hilft die Taschenlampe hinter dem Eingabefeld, die alle passenden Ziele auflistet.
In dem erstellten Bericht (siehe Abbildung 3) kann man einen Zeitraum festlegen, den der Bericht abdecken soll. Für sämtliche Berichte steht eine Druckversion zur Verfügung.
Wie bereits erwähnt, können komplett neue Berichte generiert werden ("Erstellen"). Hier sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.
Im allgemeinen Teil der Berichterstellung wird identisch zu den Jobs ein Berichtname und eine optionale Beschreibung ausgewählt. Unter Ziele kann der Berichtdefinition eine Zielgruppe oder ein festes Ziel zugewiesen werden. Die Angabe, des zu berücksichtigenden Zeitraums kann variabel vom Benutzer bei der Generierung angepasst werden, wenn es gewünscht ist.
Die Daten, die zur Erstellung eines Berichts von Oracle ausgewertet werden, kommen ausschließlich aus der Repository-Datenbank (emrep). Daher ist es nicht möglich, flexible Reports auf Anwenderdaten aus anderen Datenbanken zu erstellen. Diese Einschränkung ist für Anwender sehr unangenehm, die bereits Reports mit dem unter Oracle 9i gängigen Management Server erstellt hatten.
Im Reiter Elemente wird das Layout des Berichtes generiert. Je nach Ziel stellt Oracle viele Möglichkeiten bereit. Diese reichen von einfachem, formatiertem Text, bis hin zu komplexen SQL-Abfragen, aus denen ein Diagramm generiert wird. Oracle stellt dafür ein eigenes Benutzerhandbuch zur Verfügung.
Bei der Berichterstellung gibt es die Möglichkeit, unter "Ausführungsplan", einen zeitgesteuerten Job einzurichten, der den Bericht per E-Mail versendet und/oder eine Kopie mit einer gewissen Vorhaltzeit abspeichert.
Mit dem Job Scheduler und den Berichten stellt der Enterprise Manager umfangreiche Tools zur Verfügung. Das zentrale Job-Management stellt eine Vereinfachung gegenüber dem Duplizieren von Jobs auf jedem einzelnen Rechner dar. Die Gefahr von Inkonsistenzen innerhalb der auszuführenden Skripte wird durch diese zentrale Vorgehensweise minimiert. Wir empfehlen, sich für eine Art des Job-Scheduling zu entscheiden. Dieses verringert den Verwaltungs- und Monitoring-Aufwand.
Das Berichtwesen ist für die Generierung neuer Berichte für ungeübte Benutzer ein schwieriges Werkzeug. Allerdings bleiben durch die Vielzahl an bereits bestehenden Berichten kaum Wünsche offen. Es sei denn, man möchte individuelle Berichte auf Anwenderdaten aus anderen Datenbanken erstellen.
Ole Breimann (info@ordix.de).