
Das IT-Magazin der ORDIX AG mit Fachbeiträgen zu Datenbanken, Unix und Java/XML.
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ORDIX NewsDer Kunde sollte nicht nur in die Lage versetzt werden, ein konkretes Produkt nach seinen Präferenzen zu konfigurieren, sondern gemäß seinen Zielen und individuellen Kundendaten ein Produkt, einen Tarif oder eine Strategie auszuwählen.
Die technische Abwicklung und die zugrunde liegenden Komponenten der eSelect Suite sind dabei in beiden Fällen gleich. Die Modellierung des Konfigurationsproblems bewegt sich lediglich auf einem abstrakteren Niveau. So kann das zu konfigurierende "Produkt" eben auch eine Anlagestrategie, ein Werbemedium oder ein Wertpapierportfolio sein.
Gerade im Bereich der Beratung werden meist nur sehr simple Lösungen abgebildet, bei denen die Menge der möglichen Lösungen feststeht und sehr begrenzt ist. Der Benutzer arbeitet sich durch einen vordefinierten Entscheidungsbaum.
Komplexe Beratungsprozesse können jedoch auf diese Weise nicht abgebildet werden, weil die große Menge der möglichen Beratungsergebnisse nicht vorab definiert bzw. gepflegt werden kann. Der Prozess ist dynamisch und hängt z. B. von aktuellen Marktbedingungen ab.
Ein System, das den komplexen und dynamischen Beratungsprozess abbilden kann, kennt "nur" die Basiskomponenten des Beratungsprozesses: Ein Parametersystem sorgt für die effektive Aktualisierung und ein Regelsystem sorgt dafür, dass nur gültige und erfüllbare Beratungsergebnisse gebildet werden, während der Kunde seine Wünsche und Ziele formuliert.
Lesen Sie zum Thema Regelsystem auch den Artikel "Die eSelect Suite, Teil V: SCSI-Festplatte nur in Verbindung mit SCSI-Controller! - Das Regelwerk der eSelect Suite" in der ORDIX News, Ausgabe 3/2003.
Im Folgenden werden Beratungs-Szenarios beschrieben, die auf Basis der Komponenten der eSelect Suite entworfen und ansatzmäßig als Prototypen umgesetzt wurden. Die Ergebnisse dienten als Evaluierungbasis in Kundenprojekten.
Ziel dieses Systems ist z. B. die elektronische Unterstützung bei der Anlage und Optimierung von Kundendepots für Wertpapiere.
Der Beratungsprozess beinhaltet die Basiskomponenten Kunde, Kundenportfolio und Aktie/Fond, deren Struktur in den Abbildungen 1 - 3 vereinfacht dargestellt ist.
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| Abb. 1: Die Struktur der Basiskomponente "Kunde". |
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| Abb. 2: Die Struktur der Basiskomponente "Kundenportfolio". |
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| Abb. 3: Die Struktur der Basiskomponente "Aktie/Fond". |
Der Kunde kann seine finanzielle Situation auf Basis der erfassten persönlichen und finanziellen Angaben analysieren lassen. Die Analyse seines Finanzstatus erfolgt bezüglich der Parameter Liquidität (L), Kapitalrücklage (K) und Altersvorsorge (A).
Das Analyseergebnis wird anhand eines Punktesystems bezüglich der Analysebereiche L/K/A ermittelt. Die Punktebewertung ist dabei nicht fest in der Anwendungslogik verdrahtet, sondern kann dynamisch angepasst werden. Ergebnisse werden anhand einer Punktetabelle mit Kundendaten auf der y-Achse und der Analysebereiche auf der x-Achse dargestellt.
Pro Analysebereich und je nach Punktezahl können die folgenden Ergebnisse ermittelt werden:
Ist Handlungsbedarf angezeigt, kann der Kunde wählen, ob er einen Einmalbetrag anlegen will oder ob er sein Depot umschichten möchte. Er gelangt zur Portfolio-Konfiguration.
Ausgangspunkt ist das bestehende Portfolio des Kunden. Bei der Anlage eines Portfolios wurden im Vorfeld die folgenden Grundlagen geschaffen:
1) Das System kennt die in Abbildung 4 gezeigten Anlagestrategien.
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| Abb. 4: Mögliche Anlagestrategien. |
Für jede Strategie wird eine optimale Depotstruktur definiert, die dynamisch an Marktverhältnisse angepasst werden kann (z. B. Strategie Ertrag: 66 % Renten, 34 % Aktien). Es existieren Toleranzgrenzen bzw. Wertebereiche, innerhalb derer sich die Depotstruktur bewegen muss.
2) Jedem Kunden wird eine Risikoklasse zugeordnet.
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| Abb. 5: Die Einteilung der Kunden erfolgt in mögliche Risikoklassen. |
Risikoklassen legen fest, welche Aktien/Fonds gewählt werden dürfen/können. Weiterhin ergeben sich aufgrund der Risikoklassen Einschränkungen für die dem Kunden zur Verfügung stehenden Anlagestrategien.
Der Kunde kann nun die aktuelle Strategie beibehalten oder eine andere wählen. Das System kann dem Kunden auch eine optimale Strategie vorschlagen bzw. der Kunde kann sich nach getätigter Konfiguration Alternativmöglichkeiten anzeigen lassen. Er kann Wertpapiere regelbasiert auswählen und abwählen. Dabei sieht er nur Wertpapiere, die seiner Risikogruppe entsprechen. Entsprechend den Änderungen werden die Auswirkungen auf die Analysebereiche L/K/A visualisiert (Finanzstatus-Tachometer).
3) Diverse Regeln (siehe Abbildung 6) garantieren die Gültigkeit und Richtigkeit einer Portfolio-Konfiguration.
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| Abb. 6: Mögliche Regeln für die Portfolio-Konfiguration. |
Ziel ist in diesem Beispiel die Schaffung eines virtuellen Marktplatzes, auf dem Medien aller Gattungen (Zeitschriften, Zeitungen, Außenwerbung, Hörfunk, TV, Online, Kino) geplant, gebucht und bezahlt werden können.
Der Beratungsprozess beinhaltet als Basiskomponenten die Werbemedien und die Werbeprodukte. Die heterogene Struktur der Werbemedien ist in Abbildung 7 vereinfacht dargestellt.
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| Abb. 7: Konfiguration von Werbeprodukten am Beispiel einer Tageszeitung. | ||||||||||||||||||||||||||||||
Ein Werbeprodukt ist eine Werbefläche, die in den Werbemedien gebucht werden kann. Auf Basis der Attribute und Preise eines Werbemediums kann ein Werbeprodukt konfiguriert werden: z. B. eine ganzseitige, farbige Anzeige am Freitag in der Süddeutschen Zeitung.
Die Auswahl der Werbemedien erfolgt über einen Kategorie-Editor. Die Kategorien entsprechen den vorgegebenen Medienstrukturen. Oberkategorien wären also Fachzeitschriften, Tageszeitungen usw. Darunter fände man dann die einzelnen Produkte (z. B. unter Tageszeitungen: FAZ, WAZ, SZ usw.). Hier wählt der Nachfrager die Medien aus, bei denen er Werbung schalten möchte. Nach der Auswahl gelangt der Benutzer zur Konfiguration der Werbeprodukte.
Ein Nachfrager kann sich beliebig viele Werbeprodukte konfigurieren, diese für seinen Account persistent machen und die Vor- und Nachteile abwägen. In Abbildung 8 ist dies am Beispiel einer Tageszeitung vereinfacht dargestellt.
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| Abb. 8: Die heterogene Struktur der Werbemedien. |
Weiterhin werden konkrete Werbeprodukte (Konfigurationen) vom System vorgegeben. Damit können z. B. Restposten und Sonderangebote abgebildet werden, die vom Anwender nicht weiter konfiguriert werden können.
Hat der Nachfrager sich entschieden, kann er über das Portal die gewählten Werbemedien (bzw. Werbeprodukte) buchen.
Ein Nachfrager kann im Anbieterkreis von Werbemedien über das Portal eine Ausschreibung nach individuell gestaltetem Werbemedium bzw. Werbeprodukt starten. Ein Anbieter kann Ausschreibungen im Portal durchsehen und hat die Möglichkeit, über das Portal ein spezielles Angebot an den Kunden zu versenden.
Über die erfasste Struktur der Werbemedien können Regeln und Preisformeln gelegt werden. Der Nachfrager wird bei der Konfiguration auf diverse Sachverhalte hingewiesen und die Regeln garantieren, dass nur gültige Werbeprodukte konfiguriert werden. Abbildung 9 enthält eine kleine Auswahl von möglichen Regeln zum Thema 4-Farbdruck.
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| Abb. 9: Mögliche Regeln zum 4-Farbdruck. |
Mit dieser Ausgabe der ORDIX News endet die Artikelserie zur eSelect Suite. Wir hoffen, Ihnen einen umfassenden Überblick über die Funktionalitäten der eSelect Suite und ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten gegeben zu haben.
Bei Fragen zur eSelect Suite wenden Sie sich bitte an eselect@ordix.de. Wir beraten Sie gerne!
Manfred Lingk, Object Systems GmbH (eselect@ordix.de).