
Das IT-Magazin der ORDIX AG mit Fachbeiträgen zu Datenbanken, Unix und Java/XML.
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| Abb. 1: Die Systemarchitektur beim Kunden nach der Konsolidierung. |
Zur Realisierung der Internetpräsenz (bestehend aus ca. 50 Internetangeboten) wurde eine Vielzahl von unterschiedlichen Systemen mit jeweiligen Datenbank- und http-Prozessen eingesetzt. Als Plattform diente eine heterogene Rechnerlandschaft, bestehend aus ca. 25 Systemen auf Basis von Linux und Solaris.
Die Datenhaltung erfolgte ebenfalls mit unterschiedlichen Datenbank Systemen (Oracle, MySql, PostgreSql). Eine Hochverfügbarkeit der einzelnen Dienste war nicht gewährleistet.
Der Ausfall eines Internetangebots hätte nicht ohne größere Ausfallzeiten abgefangen werden können, was zu einem entsprechenden Image-Verlust geführt hätte. Wie viele Webserver-Farmen, ist auch diese im Laufe der Jahre "unkontrolliert" und mit vielen "Insel-Lösungen" gewachsen.
Primäres Ziel war bisher die möglichst schnelle Bereitstellung eines Webdienstes. Administrationskosten, leichte Pflegbarkeit, Backup- und Verfügbarkeit spielten bis dato eher eine untergeordnete Rolle.
Aus dieser etwas unbefriedigenden Situation haben die Mitarbeiter der ORDIX AG in Zusammenarbeit mit dem Kunden folgende Ziele festgelegt:
Im ersten Schritt haben die ORDIX Mitarbeiter die Struktur der einzelnen Anwendungen analysiert, woraufhin sie dann die Internet-Angebote in zwei Basisdienste aufteilten:
Durch den Einsatz von "gleich aussehenden" Linux-Blades (mit SLES 8) wird eine vereinfachte Administration der Systeme erreicht. Auf den Blades befinden sich nur "Betriebssystem-Komponenten", die für den Einsatz der Webanwendungen notwendig sind. Die Blades können jederzeit durch einen zentralen "Installations-Blade" automatisch und identisch eingerichtet bzw. vervielfältigt werden.
Die Webanwendungen selbst befinden sich auf einem zentralen Storage (NAS) und werden von den einzelnen Linux-Blades eingebunden. Durch entsprechende Start-/Stopp-Skripte ist es möglich, jede Anwendung auf jedem Blade laufen zu lassen.
Durch einen vorgeschalteten Loadbalancer (BigIP) wird die geforderte Skalierbarkeit erreicht. Engpässe können durch das einfache Hinzufügen eines weiteren Blades überbrückt werden.
Durch den Loadbalancer wird ebenfalls eine gewisse Hochverfügbarkeit garantiert, da dieser bei Ausfall eines Blades die Anforderungen an einen anderen, laufenden Blade mit gleicher Anwendung weiterreicht. Um trotz eines Ausfalls eines gesamten Rechenzentrums die Verfügbarkeit zu garantieren, sind die beiden Enclosures (die die Blades enthalten) in unterschiedlichen Gebäuden aufgestellt worden.
Zur einfacheren Administration werden ebenfalls alle Datenbanken zentral unter Oracle auf einem System zusammengeführt. Eine Parallelisierung wie bei den Linux-Blades ist an dieser Stelle nicht möglich.
Auf Grund der zentralen Funktion (und somit der Möglichkeit des Single Point of Failure) erhöht sich die Anforderung an die Verfügbarkeit. Der Einsatz eines Clusters mit stabilen und redundanten Komponenten ist hier unbedingt notwendig:
Die ORDIX AG hat in diesem Projekt maßgeblich sowohl in beratender als auch in ausführender Funktion mitgewirkt. Von der Konzepterstellung, über die Auswahl der einzelnen Komponenten bis hin zur Durchführung der Konsolidierung haben die ORDIX Mitarbeiter ihren Kunden begleitet.
Bei der Realisierung der Systemarchitektur wurde eine Referenzanwendung ausgewählt, die von ORDIX komplett auf die neuen Systeme installiert und migriert wurde. Die restlichen Anwendungen werden nun schrittweise vom Kunden selbst in die neue, konsolidierte Welt umgestellt.
Antonio Salguero (info@ordix.de).