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Dieser Artikel richtet sich an IT-Entscheider und Projektmanager.



Die Zeit ist reif für eine neue Art der IT-Managementberatung

Lars Eisenblatt, Mitbegründer und Vorstand der neu gegründeten coniatos AG [1], im Gespräch mit Stefanie Heither, ORDIX AG.


Lars Eisenblatt, coniatos AG.

Abb. 1: IT-Management als Bindeglied zwischen Business und Technik.

Abb. 2: Die drei Ebenen des Beratungsansatzes der coniatos AG.

Herr Eisenblatt, Sie haben zusammen mit der ORDIX AG die coniatos AG gegründet. Was war die Intention für diese Unternehmensgründung?

Eisenblatt: Ich denke, die Zeit ist reif für eine neue Art der IT-Managementberatung.

Was meinen Sie damit?

Eisenblatt: Dazu muss ich etwas weiter ausholen.

Wenn wir die aktuelle Entwicklung in IT-Organisationen betrachten, ergibt sich eine neue Rolle für die IT im Unternehmen mit einer Reihe von neuen Herausforderungen. Die IT entwickelt sich zunehmend zu einer Kernfunktion im Unternehmen - weg von der reinen Kostenstelle hin zu einem eigenständig geführten Geschäftsbereich.

Dabei ist insbesondere die Flexibilität der IT gefragt. Immer schnellere Prozessanpassungen auf der Geschäftsebene müssen zeitnah auf die IT abgebildet werden.

Auf der anderen Seite wird von der IT als Technologieexperte erwartet, die Chancen neuer technischer Entwicklungen, wie z. B. Wikis, Web 2.0 oder SOA, zu erkennen und das Business zu unterstützen sowie diese schnell zur Prozess- und Produktionsoptimierung einzusetzen.

Unter dem Aspekt der kostenoptimierten IT ist Outsourcing, Offshoring und damit Einbindung von externen Dienstleistern eine Hauptaufgabe der IT-Organisation.

So bedingen die zunehmende Komplexität der Business-Prozesse, IT-Prozesse und der Technik entsprechend höhere Anforderungen an die prozessbezogenen und sozialen Kompetenzen der Beteiligten. Das gilt umso mehr in verteilten oder internationalen Projektteams.

Was bedeutet das für die IT-Abteilungen der Unternehmen?

Eisenblatt: Die IT-Abteilung wird zum strategischen Partner innerhalb des Unternehmens. Dazu muss die IT-Abteilung eine eigenständige IT-Strategie entwickeln, die in enger Abstimmung mit der Geschäftsstrategie des Unternehmens erstellt werden muss.

Die Flexibilität der IT-Abteilung muss kostenoptimal an die Flexibilität der Geschäftsprozesse angepasst werden. Sie muss einen Geschäftswert liefern und sich in ihrer Performance messen lassen. Da die IT-Abteilung im ständigen Wettbewerb mit Outsourcing-Anbietern stehen wird, ist zur Kostenoptimierung zumindest in Teilbereichen der Einsatz von Outsourcing und Offshoring notwendig, ohne dabei das Know-how vollständig aus der Hand zu geben.

Die IT-Abteilung spielt die Rolle eines Beraters für die Geschäftsbereiche für die Umsetzung der Business-Anforderungen in IT-Technik unter Berücksichtung der IT-Strategie.

Kann die IT auch das Business beeinflussen?

Eisenblatt: Ja, unbedingt. Die IT-Abteilung ist als Innovationsmotor gefordert, neue Strömungen und Trends aus der IT in das Business zu übertragen, entweder um bestehende Prozesse oder Produkte zu optimieren oder um ganz neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Was sind die Konsequenzen für die einzelnen Personen in der IT?

Eisenblatt: Lassen Sie mich die Konsequenzen für drei Bereiche zusammenfassen.

Zuerst das IT-Management: Es muss sich wandeln, von der Unterstützung und Führung operativer Prozesse zum pro-aktiven, umfassenden strategischen Management. Es gilt, die IT-Abteilung als eigenes Business zu positionieren und die durch die IT-Governance definierten Ziele umzusetzen. Dazu sollten aus der Palette der standardisierten Prozess-Frameworks COBIT, PRINCE oder ITIL Vorteile geschöpft werden.

Wichtige Teilaufgaben des IT-Managements sind dabei:

Dazu gehört, zur besseren Akzeptanz auch ein eigenes Marketing zu betreiben.

Zweitens die Mitarbeiter: Sie werden von reinen Technikern zu IT-Beratern. Dazu müssen sie Werkzeuge kennen und nutzen, wie beispielsweise klassisches oder systemisches Projektmanagement neben dem bereits eingeführten IT-Service Management. Sie benötigen mehr Steuerungs- und Führungskompetenzen, da sie typischerweise weniger in operative Tätigkeiten und mehr in planerische Tätigkeiten involviert sein werden. Soziale Kompetenzen werden dringend notwendig, um die Rolle als Bindeglied zwischen Technik und Business nutzbringend ausfüllen zu können.

Als drittes muss sich insbesondere die IT-Beratung umstellen: Die neue IT-Beratung muss Führungskräfte und Mitarbeiter nicht nur bei der Technik und den Prozessen unterstützen, sondern sich verstärkt um die "weichen" Faktoren kümmern. Viele technische Projekte scheitern eher an den mangelnden Soft Skills der Beteiligten als an fehlenden technischen Skills. Die "weichen"< Faktoren finden hier ihre Schwerpunkte in der Unterstützung bei der Bildung einer IT-Strategie und Unterstützung des vielfältigen Wandels (Transformationsmanagement).

Was verstehen Sie unter Soft Skills?

Eisenblatt: Soft Skills sind erweiterte, nicht IT-technische oder prozesstechnische Kompetenzen, die eine Person sich in einem sozialen System optimal bewegen lässt, z. B. Teamfähigkeit, Durchsetzungsfähigkeit oder Konfliktfähigkeit.

Warum ist es heute so wichtig, die Soft Skills weiterzuentwickeln?

Eisenblatt: Die neuen Aufgaben verlangen mehr kommunikative Fähigkeiten von jedem Mitarbeiter. So ist das schnelle und möglichst vollständige Verständnis für die Anforderungen der Fachabteilungen ein Ergebnis optimierter Kommunikation und Vorraussetzung für deren schnelle und korrekte Umsetzung.

Die Praxis zeigt, dass viele Projekte weder an der eingesetzten Technik noch an den Prozessen scheitern, sondern an persönlichen Faktoren. Das systemische Projektmanagement trägt diesem durch seinen Schwerpunkt auf sozialen/zwischenmenschlichen Faktoren bereits Rechnung.

Unter Berücksichtung des sozialen Systems können Hindernisse auf der Beziehungsebene diagnostiziert werden und in Ergänzung zu anderen Methoden, wie z. B. Stakeholder Management, mehr Aufgaben zeitgerecht zum Erfolg führen.

Mit welchen Dienstleistungen unterstützt coniatos diese neue Beratung?

Eisenblatt: coniatos integriert diesen systemischen Ansatz in seine Beratungsmodelle. Wir unterstützen das IT-Management in seiner Gesamtheit der Aufgaben mit IT-Strategieberatung, IT-Risikomanagementberatung sowie im IT-Service Management und beim IT-Controlling. Das Besondere an der Beratung von coniatos ist, dass wir auch in unserer technischen Beratung und Unterstützung der Leitlinie des systemischen Ansatzes folgen. Im Rahmen der Dienstleistung des Krisenmanagements in IT-Projekten ist coniatos durch seine vielfältige technische, prozessorientierte und soziale Erfahrung in der Lage, diese Kombination zum Kundennutzen optimal einzusetzen.

Können Sie den Kunden auch innerhalb eines laufenden Projektes unterstützen?

Eisenblatt: Ja, wir bieten unseren Kunden ein Projektaudit an, in dem wir das bisherige Projekt analysieren, diagnostizieren und abschließend begutachten. Dies können wir auf allen drei Ebenen durchführen - technisch, prozessorientiert und sozial. Auch bei der Umsetzung der Ergebnisse in Interventionen unterstützen wir. Oft verändert auch schon allein die Durchführung des Projektaudits das soziale System positiv, da dadurch die Management Attention erhöht wird.

Wir können Projektmanager auf Zeit stellen, Projektleiter des Kunden coachen und zusätzliche Consultants in die Projekte einbinden.

Für die Mitarbeiter des Kunden bieten wir Seminare und Workshops an, um die Soft Skills zu erlernen bzw. weiterzuentwickeln. Dabei bieten wir besonders auf die IT ausgerichtete Fallbeispiele und Szenarien an.

Wenn Sie mit einem Satz coniatos beschreiben sollten, wie würde dieser Satz lauten?

Eisenblatt: Coniatos hilft Ihnen, Ihre IT ganzheitlich zu optimieren: auf der fachlichen Ebene bei IT-Architektur und Technik, auf der Prozessebene z. B. im Projektmanagement und auf der sozialen Ebene z. B. bei der Verbesserung der Kommunikation und des Konfliktmanagements.

Vielen Dank für das Gespräch!

Lars Eisenblatt, Stefanie Heither (info@ordix.de).