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Microsoft SharePoint (Teil I):

Plattform für das
Informationsmanagement in Projekten

Das Potenzial von SharePoint als Kollaborationsplattform wird in Unternehmen oft nur unzureichend ausgeschöpft. Dabei bieten bereits Bordmittel, insbesondere im Zusammenspiel mit Office 365 vielfältige Kollaborationsmöglichkeiten – gerade auch für die Projektarbeit.

Was sind die Anforderungen?

Projektarbeit – insbesondere, wenn nach klassischen Projektmanagement-Methoden gearbeitet wird – stellt vielfältige Aufgaben/Anforderungen an die Kollaboration in Unternehmen:

  • Alle am Projekt Beteiligten müssen stets umfassend über den aktuellen Stand informiert sein, wichtige Termine müssen bekannt sein, alle Beteiligten müssen mit den aktuellsten Dokumenten arbeiten, wesentliche Informationen müssen schnell über geeignete Suchwerkzeuge gefunden werden können. Die Kommunikation muss schnell und unkompliziert und doch verbindlich erfolgen.
  • Unter Umständen müssen externe Partner mit in die Kommunikation einbezogen werden.
  • Die Zugriffsrechte müssen über Rollenkonzepte geregelt werden können. Gegebenenfalls ist es auch erforderlich, dass Zugriffe direkt durch den Projektverantwortlichen eingerichtet werden können.
  • Die im Projekt verwendeten Dokumente müssen zentral abgelegt werden können, idealerweise in einem Dokumentenmanagement-System.
  • Zur Vereinfachung der Kommunikation stehen Werkzeuge zum direkten Informationsaustausch außerhalb des Mailsystems zur Verfügung, wie Chats oder Videokonferenzsysteme.
  • Im Idealfall stehen die Projektinformationen auch für den Zugriff über mobile Endgeräte zur Verfügung.

Diese exemplarische Auflistung möglicher Anforderungen macht deutlich, dass das Informationsmanagement im Projekt eine Herausforderung darstellt, die in der Praxis meist durch heterogenen Einsatz von Tools und Applikationen gelöst wird. Diese Heterogenität ist in vielerlei Hinsicht nicht produktivitätsfördernd und steht vielfach sogar im Widerspruch zu Anforderungen an die Datensicherheit und regulatorischen Anforderungen (zum Beispiel Revisionsanforderungen,Aufbewahrungsfristen etc.).

Das Hauptwerkzeug in der Projektarbeit ist nach wie vor das E-Mail-System, was in den meisten Fällen eine Flut von Mails zur Folge hat, in der nicht selten aufgrund der fehlenden Priorisierung Informationen übersehen werden.

Werden in Unternehmen Vorgehensmodelle für die Projektarbeit definiert und Vorlagen für die im Projektverlauf zu erstellenden Dokumente erstellt, so geschieht die Arbeit mit diesen Dokumenten nicht selten in mehr oder weniger komplexen Ordnerstrukturen auf dem Dateisystem. Die Dokumente werden dann an einen (wechselnden) Verteiler geschickt, bevor sie in verschiedenen Versionsständen auf dem Filesystem abgelegt werden.

Diese Vorgehensweise hat Vorteile (zum Beispiel eine strukturierte Ablage), aber auch einige gravierende Nachteile: So umfassen Mailverteiler oft nicht alle Beteiligten. Was den Umgang mit Dokumenten anbelangt, geht schnell der Überblick über den aktuellen Stand verloren (z.B. welche Dokumente zuletzt geändert wurden). Zudem können Sicherheitskonzepte auf Fileserver-Ebene durch den nicht beschränkten Mailversand wieder ausgehebelt werden.

Die Suche nach Lösungsmöglichkeiten führt zu folgendem Dilemma: Werden viele Vorgaben gemacht oder ist die gewählte Plattform zu unflexibel hinsichtlich möglicher Verfahrensweisen, wirkt das Korsett schnell zu sperrig und unterbindet Spontanität und Kreativität. Wird ohne Vorgaben mit Chats oder privaten Social-Media-Kanälen kommuniziert, verliert die Kommunikation u.U. schnell die erforderliche Verbindlichkeit, wird unkontrollierbar und nicht mehr nachvollziehbar gestreut und verletzt schnell sämtliche Vorgaben hinsichtlich Datensicherheit und Aufbewahrungsfristen.

Wie lässt sich dieses Dilemma lösen? Was bieten die Hersteller an Lösungsmöglichkeiten an? Nimmt man das Beispiel Microsoft, das im Fokus dieses Artikels stehen soll, so scheint die Tendenz dahin zu gehen, über die etablierten Basistechnologien Exchange/Outlook und SharePoint hinaus eine breite Palette an Tools und dedizierten Werkzeugen anzubieten, die in der Office-365-Familie zusammengeführt und je nach Kundenanforderung explizit kombiniert werden können. SharePoint, das mit der Version 2016 von Microsoft neu platziert wurde, spielt auch in der aktuellen Microsoft-Strategie eine zentrale Rolle und stellt über On-Premise-und Hybrid-Szenarien hinaus auch in der Cloud-Version ein Bindeglied zwischen den spezialisierten Einzelanwendungen der Office-365-Familie dar. Einige der grundlegenden Konzepte und Technologien dieser Plattform – auch im Zusammenspiel mit weiteren Office 365-Funktionalitäten – die zur  Unterstützung des Informationsmanagements in der Projektarbeit gewinnbringend genutzt werden können, sollen im Folgenden vorgestellt werden. Angesichts der Vielzahl von Möglichkeiten, die diese äußerst vielfältige Plattform bietet, kann dabei nur eine Auswahl getroffen werden.

Wie kann SharePoint die Zusammenarbeit im Projekt unterstützen?

Als webbasierte Kollaborationsplattform bietet SharePoint die Möglichkeit des plattformübergreifenden Zugriffs. Daten bzw. Inhalte können entweder direkt in Form von Listen, Blogs oder Wiki-Seiten erfasst werden oder Dokumente können in Bibliotheken strukturiert abgelegt werden. Dabei können gerade die Möglichkeiten des Dokumentenmanagements – z.B. die „Anreicherung“ mit Metadaten, die Versionsverwaltung, aber auch die Sicherheitsfunktionen wie DRM – für das Informationsmanagement im Projekt sehr gut genutzt werden. Hinzu kommt die sehr leistungsfähige Suchfunktionalität, die auch sehr gezielt in Webparts genutzt werden kann, wenn mit Metadaten und Inhaltstypen gearbeitet wird. SharePoint bietet zudem die Möglichkeit, sofern erforderlich, sehr granular die Zugriffsrechte auf die einzelnen Inhalte zu steuern. Wichtig dabei ist, dass auch die Suche dem Security-Trimming unterliegt, d.h. der Benutzer bekommt als Suchergebnisse nur die Inhalte angezeigt, für die er auch berechtigt ist.

Mit der Version 2016 und insbesondere in der SharePoint-Online-Version wird die Möglichkeit des Zugriffs über mobile Endgeräte stark vorangetrieben. So stehen in der Onlineversion neue, responsive Templates für Seiten, Bibliotheken und Listen zur Verfügung (auch „Modern Experience“ genannt), die mit dem nächsten Feature Release auch in der On-Premise-Variante bereitgestellt werden. Für den mobilen Zugriff stehen zudem Apps für die gängigen mobilen Betriebssysteme zur Verfügung.

Im Folgenden werden zunächst die Möglichkeiten aufgezeigt, die SharePoint in allen Varianten mitbringt und die auch in einer reinen On-Premise-Umgebung genutzt werden können. Dies wird ergänzt durch die Darstellung der Möglichkeiten, die sich im Rahmen eines Microsoft-Office-365-Abonnements zusätzlich noch im Bereich Collaboration ergeben.

Die Möglichkeiten von SharePoint und Office 365

Was macht SharePoint nun zu einer geeigneten Plattform? Aus der Perspektive der Anforderungen an das Informationsmanagement in Projekten betrachtet, können folgende Aspekte/Funktionen/Features von SharePoint angeführt werden.

Listen und Wiki-Seiten

SharePoint bietet vielfältige Möglichkeiten, Inhalte zu erfassen – in Wiki-Seiten und einem der Kernelemente von SharePoint, den Listen in den verschiedensten Ausprägungen, für die zahlreiche vorgefertigte Templates angeboten werden.

Bei „Listen“ handelt es sich in SharePoint um einen etwas weiter gefassten Begriff, neben der flexibel mit Spalten konfigurierbaren „benutzerdefinierten Liste“ fallen hierunter auch zahlreiche bereits vorkonfigurierte Templates wie z. B. Kalender, Aufgabenlisten und Ankündigungen.

Eine insbesondere im Projektmanagement sehr sinnvoll zu nutzende Listenvorlage ist die Aufgabenliste (siehe Abbildung 1).

Die eigentliche Aufgabenliste wird im Beispiel ergänzt durch eine visuelle Darstellung auf einer Zeitleiste. Dabei können wie in MS Project Vorgänge hierarchisch strukturiert werden, Vorgänger definiert und Meilensteine festgelegt werden. Standardmäßig steht auch eine Ansicht als Gantt-Diagramm zur Verfügung, die auch direkt bearbeitet werden kann (siehe Abbildung 2).

Zwar verfügt diese App nicht über die umfangreichen Berechnungsfunktionen von MS Project und es kann keine Ressourcenplanung vorgenommen werden. Für die Zeitplanung und als Überblick über die Projektphasen und den aktuellen Stand bietet sie jedoch eine anschauliche und vor allem leicht zu bedienende Option.

Wird die Task-Liste über den bereitgestellten Konnektor zudem mit Outlook verknüpft, kann hierdurch gerade in kleineren Teams mit einfachen Mitteln ein zentrales Aufgabenmanagement konfiguriert werden, das die jeweiligen Verantwortlichen auch außerhalb der SharePoint-Oberfläche über anstehende Aufgaben auf dem Laufenden hält (siehe Abbildung 3).

Dokumentenbibliotheken

Neben den Listen bilden die Dokumentenbibliotheken ein weiteres Kernelement von SharePoint. Bibliotheken bieten die Möglichkeit, Dokumente zu verwalten, wobei zahlreiche Funktionen eines Dokumentenmanagement-Systems zur Verfügung stehen, so z. B. die Versionierung, Verschlagwortung, Informationsverwaltungsrichtlinien und DRM. Bei versehentlichem Löschen von Dokumenten kann die Wiederherstellung aus dem SharePoint-Papierkorb durch den Benutzer selbst erfolgen.

Insbesondere die Versionierungsfunktion kann in der Projektarbeit wertvolle Dienste leisten, indem gewährleistet wird, dass alle Projektmitarbeiter mit dem aktuellsten Stand der Dokumente arbeiten. Die Versions-Historie zeigt zudem transparent die durchgeführten Änderungen auf, im Notfall kann auch mit einfachen Mitteln auf eine frühere Version gewechselt werden.

Um den jeweiligen Spezifika der abzulegenden Items gerecht zu werden, bietet SharePoint auch Templates für weitere Dokumentenarten, so zum Beispiel Bild- und Videobibliotheken.

Eine weitere für die Projektarbeit unter Umständen hilfreiche Funktion stellt die Option dar, Bibliotheken als Mailziel zu konfigurieren, um auf diese Weise Dokumente direkt in SharePoint abzulegen.

Seitentemplates – Cockpits für den Projektarbeitsbereich

Bei SharePoint-Seiten kann grundsätzlich zwischen Wiki-Seiten, auf denen direkt Inhalt erfasst und bereitgestellt werden kann, und Webpart-Seiten unterschieden werden. Webparts bzw. seit SharePoint 2013 auch „Apps“ bieten die Möglichkeit, den Inhalt von Listen oder Bibliotheken in definierten Bereichen auf einer Website darzustellen. Dabei kann der Inhalt über Ansichten gefiltert und strukturiert werden, bzw. können über suchbasierte Webparts aktuelle Stände von Inhalten zum Zeitpunkt des Seitenaufrufs dargestellt werden.

Je nach den (projekt-)spezifischen Anforderungen können die zuvor beschriebenen „Bausteine“ (Listen, Bibliotheken) mittels Webparts (bzw. Apps seit SharePoint 2013) auf den Teamsites zusammengestellt und visualisiert werden. Auch hierfür gibt es zahlreiche Templates, die nach Bedarf angepasst werden können. Auf diese Weise können „Cockpits“ für den schnellen Überblick, z. B. für den aktuellen Projektstand erstellt werden.

So kann eine Projekteinstiegsseite beispielsweise Überblicksinformationen, Statusanzeigen, eine Timeline, News etc. bereitstellen.

Folgendes Beispiel zeigt eine Projekteinstiegsseite basierend auf dem Projektwebsite-Template, das um Webparts ergänzt wurde (siehe Abbildung 4).

An zentraler Stelle befindet sich hier die Darstellung der Zeitleiste des Aufgaben-Webparts, das um Informationen zu anstehenden Fälligkeitsterminen und bevorstehende Termine (hier „2 upcoming“) erweitert wurde.

Bei den hinzugefügten Webparts handelt es sich zum einen um gefilterte Ansichten von Listen, die sich auf dieser Website befinden („Meine Tasks“). Zum anderen wurden suchbasierte Webparts konfiguriert („Die nächsten Termine“, „Zuletzt geänderte Dokumente“), in denen auch weitere Datenquellen innerhalb der Seitenstruktur abgefragt werden.

Bei Bedarf können durch die Suchfunktion ab SharePoint 2013 auch Sitecollection-übergreifend Inhalte abgefragt und angezeigt werden, so dass auch projektübergreifende relevante Informationen angezeigt werden können.

Für den schnellen Überblick über die diversen Status innerhalb eines Projekts können auch Dashboards über Statusindikatoren und Berichtsbibliotheken erstellt und eingeblendet werden (hier im Beispiel nicht dargestellt).

Suche

SharePoint bietet zudem eine sehr leistungsfähige Suchfunktion, die nicht nur in der „klassischen“ Ausprägung mit Sucheingabefeld und Ergebnisseiten zur Verfügung steht (und sehr granular und bedarfsgerecht angepasst werden kann), sondern die auch im Hintergrund in Webparts und suchgetriebenen Applikationen genutzt werden kann.

Gesucht werden kann nach Inhalten und Personen, eine gerade im Projektumfeld oft benötigte Funktionalität, wenn Ansprechpartner oder Verantwortliche ermittelt werden müssen. Aufgrund der Leistungsfähigkeit und vielfältigen Anpassungsmöglichkeit der SharePoint-Suche wird die Darstellung in einem eigenen Artikel in dieser Serie erfolgen. Dabei wird es auch darum gehen, wie die SharePoint-Suche im Zusammenspiel mit Delve führt.

Vernetzung mit anderen Office-Produkten

SharePoint als Teil der Microsoft Office-Produktfamilie kann über vorgefertigte Konnektoren mit anderen Office-Produkten verbunden werden, wodurch beispielsweise Projektaufgaben auch in Outlook angezeigt und bearbeitet werden können (s.o.). Darüber hinaus besteht z.B. die Möglichkeit, SharePoint-Listen nach Excel zu exportieren und dort weiterzubearbeiten, gleiches gilt für MS Access.

Wird als Client-Betriebssystem mindestens Windows 7 eingesetzt, so besteht die Möglichkeit, Dokumente per Drag & Drop in Bibliotheken hochzuladen. Bei Verwendung des Internet-Explorers kann zudem im Windows-Explorer eine Web-DAV-Verbindung zur SharePoint-Bibliothek eingerichtet werden, wodurch die Bibliothek als Pfad im Explorer zur Verfügung steht – eine sehr bequeme, aber auch mit großen Nachteilen (keine direkte Metadaten-Eingabe, Aushebelung der SharePoint-Papierkorbfunktion) verbundene Ablageoption.

Über lokal installierte Office-Produkte hinaus sind SharePoint-Teamrooms auch zentrale Bestandteile neuer Produkte der Office-365-Familie wie Microsoft Planner oder Teams, die die Palette der Kollaborationsmöglichkeiten im Projekt ebenfalls erweitern können.

Rollen- und Rechtestruktur

Alle Inhalte, die über SharePoint angeboten werden, werden innerhalb eines definierten Security-Kontextes angeboten, wodurch Benutzer nur die Informationen angezeigt bekommen, für die sie auch berechtigt sind. Dies gilt für Seiten- und Bibliotheken-Inhalte und für Suchergebnisse gleichermaßen. Für den Zugriff von externen  Partnern können bei der On-Premise-Version auch andere Authentifizierungsanbieter angebunden werden, sofern in diesem Fall nicht ohnehin die Onlineversion von SharePoint bevorzugt wird. Je nach Anforderung können sehr vielschichtige und granulare Berechtigungen konfiguriert sowie Rollenkonzepte über Seitenstrukturen und Zugriffsgruppen abgebildet werden.

Wo eine differenzierte und transparente Rechtestruktur erforderlich ist, empfiehlt es sich, mit vielen Sitecollections zu arbeiten, die jeweils einen eigenen Security-Kontext darstellen. Auf diese Weise kann die Rechtevergabe an die Siteowner delegiert werden – eine Rolle, die auch der Projektleiter ausüben kann und der so Zugriffsrechte auch ohne Mitwirkung der IT-Abteilung vergeben kann.

Auch wenn eine Rechtesteuerung sehr granular bis herunter auf Item-Ebene möglich ist, so zeigt die Erfahrung in Kundenprojekten, dass dies in den wenigsten Fällen sinnvoll ist. Empfehlenswert ist vielmehr die Erarbeitung eines passenden Rollen- und Rechtekonzepts und die Definition einer Governance, die noch den erforderlichen kreativitätsfördernden Spielraum lässt, die andererseits aber auch den Security-Erfordernissen genügt.

Wo Vertraulichkeit von Informationen nicht höchste Priorität hat, sondern der spontane Austausch zwischen Projektmitarbeitern (bzw. das spontane Hinzuziehen von Mitarbeitern/Experten auch außerhalb des Projekts) über verschiedene Kanäle (Chat, Videokonferenz, Blog) im Vordergrund steht, kann dieser Rahmen dem einzelnen Mitarbeiter auch viel Spielraum zum Teilen von Informationen lassen.

Hier spielen insbesondere die Office-365-Tools wie „Teams“ oder „Yammer“ ihre Stärken aus. Auf diese Weise spielt sich die Kommunikation immer noch in einem für das Projekt vorgesehenen Rahmen ab (nicht über private WhatsApp-Gruppen etc.) und umfasst einen definierten Teilnehmerkreis (Mitarbeiter mit Firmen-
Accounts). Zudem besteht die Möglichkeit der Verknüpfung mit einem SharePoint-Teamroom mit restriktiverer Rechtestruktur für die Ablage oder Pflege vertraulicher Dokumente oder Informationen.

Die Möglichkeiten, die SharePoint auch in Verbindung mit anderen Office-365-Tools für die Kommunikation im Projekt bietet, werden in einem weiteren Artikel dieser Serie ausführlicher beleuchtet.

Personalisierte Bereiche – MySite / Profil in Delve

SharePoint-Benutzern kann auch die Möglichkeit geboten werden, persönliche Bereiche (MySites) einzurichten. Neben Informationen bzgl. der Organisations- oder Abteilungszugehörigkeit, die meist aus dem Active Directory übernommen werden, kann es ermöglicht werden, dass auch persönliche Fähigkeiten, Qualifikationen, aktuelle Projekte etc. durch die Benutzer selbst in ihrem Profil gepflegt und – je nach Firmenphilosophie – auch Social-Media-Features genutzt werden. Indem diese Informationen auch in der Suche angesprochen werden können, bieten sich hier Möglichkeiten zur Suche nach Experten oder Ansprechpartnern.

Funktionen für das Wissensmanagement und die Strukturierung der Daten

Aus anderem Blickwinkel betrachtet, können neben den beschriebenen SharePoint-Tools und Templates auch die folgenden funktionalen Bausteine und Konzepte von SharePoint effektiv in der Projektarbeit eingesetzt werden: Für das Wissensmanagement und die Strukturierung der Daten können in SharePoint die  Funktionen des Taggings und das Konzept der Inhaltstypen genutzt werden. Über Managed Metadata können Taxonomien (vorgegeben und fixiert) und Folksonomien (offen, durch Benutzer erstellt) konfiguriert werden, die dann als Metadaten Dokumenten hinzugefügt und auch in der Navigation verwendet werden
können (siehe Abbildung 5).

Über Inhaltstypen können SharePoint-Inhalte bereits im Vorfeld mit einem Set an Metadaten versehen werden, die bei der Erstellung z. B. eines Dokuments oder einer Dokumentenmappe hinzugefügt werden. Die Besonderheit liegt darin, dass über Inhaltstypen erstellte Inhalte gezielt von Workflows angesprochen und über die Suche in Webparts oder Apps herausgefiltert und dargestellt oder weiterverarbeitet werden können (u.a. in Informationsverwaltungsrichtlinien).

Ausblick: SharePoint-Projekte sind Organisationsprojekte

Bei all den technischen Möglichkeiten, die SharePoint in den verschiedenen Versionen bietet, muss allerdings immer im Fokus bleiben, dass es sich bei SharePoint-Projekten in erster Linie um Organisationsprojekte handelt. SharePoint kann seine Möglichkeiten nur ausspielen, wenn zuvor die Zielsetzung klar definiert wird: So müssen die erforderlichen/gewünschten Zugriffsmöglichkeiten und Zugriffsrechte geklärt werden (nur interne Zugriffe, oder auch durch externe Mitarbeiter? Ist ein Rollenkonzept erforderlich?).

Von entscheidender Bedeutung ist, sich bereits im Vorfeld Gedanken zu machen über benötigte Inhaltstypen sowie die erforderlichen Metadaten, über die die Inhalte klassifiziert werden können (teilweise automatisiert im Hintergrund über Inhaltstypen oder manuell durch den Benutzer beim Hochladen). Eine Metadaten-Struktur kann dann in vielfacher Hinsicht genutzt werden, für die Navigation, für die Suche – insbesondere für die Konfiguration von Refinern für Suchergebnisseiten oder auch suchbasierte Apps.

Erst durch Klärung dieser grundsätzlichen Fragen ergibt sich der Mehrwert dieser Kollaborationslösung. Den Benutzern einfach einen Teamraum mit einer Bibliothek zur Verfügung zu stellen, wird zwangsläufig zu Akzeptanzproblemen führen, indem dies nur als kompliziertere Form der Dateiablage empfunden wird – ein Grund, der viele SharePoint-Projekte in der Vergangenheit scheitern ließ.

Strukturierte Planung einer SharePoint- bzw. auch einer Office-365-Umgebung schließt kreativen Umgang mit den technischen Möglichkeiten keineswegs aus. Sie schafft jedoch einen Rahmen, durch den nicht nur ein funktionaler Mehrwert entsteht, sondern durch den auch regulatorischen Anforderungen im Umgang mit Projektdokumenten und -informationen genügt werden kann.

Adi Schmid ()


Glossar

Inhaltstypen
Ein Inhaltstyp ist eine wiederverwendbare Sammlung von Metadaten (Spalten), Workflows, Verhaltensweisen und anderen Einstellungen für eine Kategorie von Elementen oder Dokumenten in einer SharePoint-Liste oder Dokumentenbibliothek. Mithilfe von Inhaltstypen können die Einstellungen für eine Kategorie von Informationen zentral und wiederverwendbar verwaltet werden.

Responsive Webdesign
Beim Responsive Webdesign handelt es sich um ein gestalterisches und technisches Paradigma zur Erstellung von Websites, so dass diese auf Eigenschaften des jeweils benutzten Endgeräts, vor allem Smartphones und Tabletcomputer, reagieren können.

Taxonomie
Eine Taxonomie ist eine hierarchische Klassifizierung von Wörtern, Bezeichnungen oder Ausdrücken, die nach Ähnlichkeit geordnet in Gruppen organisiert werden. Eine Taxonomie kann von einer oder mehreren Personen definiert und zentral verwaltet werden. […] Taxonomien sind hilfreich, denn sie ermöglichen eine logische, hierarchische Struktur von Metadaten, mit der Informationen konsistent klassifiziert werden können.

Folksonomie
Eine Folksonomie ist eine Klassifizierung, die sich ergibt, wenn Websitebenutzer dem Inhalt einer Website gemeinsam Wörter, Bezeichnungen oder Ausdrücke zuordnen. Die Verwendung eine Folksonomie für Metadaten kann nützlich sein, da dadurch die Möglichkeit besteht, Wissen und Kompetenzen von Websitebenutzern und Inhaltserstellern gemeinsam zu nutzen. Hiermit kann die Klassifizierung von Inhalten abhängig von Geschäftsanforderungen und Benutzerinteressen weiterentwickelt werden.

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Bildnachweis

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Abbildungen:

asm zeitleiste abb1
Abb. 1: Aufgabenliste mit Zeitleiste
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Abb. 2: Gantt-Ansicht einer Aufgabenliste
asm Aufgaben Outlook abb3
Abb. 3: Eigene Aufgaben in Outlook
asm projekt einstiegsseite abb4
Abb. 4: Beispiel für eine Projekt-Einstiegsseite
asm Taxonomie abb5
Abb. 5: Beispiel für eine Taxonomie